Reiseberichte
Madagaskar - Land der Lemuren und Chamäleons
und der, nur freundlichen Leute
Von Karl-Heinrich Fröhlich, AugsburgRundreise vom 08.10.2004 bis 27.10.2004 - "Foto Spezial" - über Madagaskar Travel
Eigentlich habe ich dieses Jahr eine Reise nach Feuerland in Südamerika vorgesehen. Obwohl ich eine Reise nach Madagaskar schon lange im "Hinterkopf" hatte, habe ich mich - "aufgeschreckt" durch mehrere TV-Filme Ende des Jahres 2003 über die rasende Abholzung der dortigen Regenwälder - spontan entschlossen, diese Reise vorzuziehen.
Nach Kauf eines Reiseführers - Susanne Roessler - habe ich mich ausführlich kundig gemacht über die Sehenswürdigkeiten des Landes und insbesondere, wo die verschiedensten Lemuren und Chamäleons zu sehen sind, meine "Lieblingstiere". Unbedingt sehen wollte ich die Kattas und Sifakas; dazu muß man unbedingt in den Süden der Insel. Nachdem ich aus dem Reiseführer eine nach meinen Wünschen und Vorstellungen ausgearbeitete Liste der für mich interessanten Nationalparks erstellt hatte, ging es darum einen entsprechenden Reiseveranstalter zu finden.
Nachdem ich ambitionierter Fotograf bin, mit "Spezial Gebiet" Nahfotografie, kam für mich eine größere Reisegruppe überhaupt nicht in Frage. Ruhe zum Fotografieren hat man hier nicht; ich habe dies schon mehrmals mitgemacht ("Bist du bald fertig mit dem fotografieren, können wir jetzt gehen, wir müssen weiter und ähnliche Dinge hört man da"). Ein Fotograf bekommt hierbei "Zustände".
Zuerst wollte ich über die Deutsch/Madagassische Gesellschaft in Frankfurt einen Reiseveranstalter in Erfahrung bringen (lt. Reiseführer vom Jahr 2000 würde man von dort eine Liste bekommen). Nach unbeantwortetem Fax und versuchter tel. Verbindungsaufnahme, bekam ich heraus, dass diese Gesellschaft nicht mehr existiert. Nachdem ich mich vorher in Augsburger Reisebüros erkundigt hatte, bekam ich dort zur Antwort, dass nur Gruppenreisen angeboten werden. Nochmals im Reiseführer nachgesehen, las ich von "Madagaskar-Travel, Herr Achim Wonneberger, aus Kissing , nur 5 Kilometer von meinem Wohnort entfernt, wo auch individuelle Reisen gebucht werden können, also genau das Richtige für mich. Ausführliche Informationen über Madagaskar und Reiserouten, waren schon aus der Homepage zu entnehmen.
Nach tel. Verbindungsaufnahme mit Herrn Wonneberger, habe ich mich mit ihm in seinem Haus getroffen. Nachdem ich ihm geschildert hatte, dass ich aus Ermangelung eines Gleichgesinnten, alleine reisen will - es sei denn, dass sich bei ihm noch jemand meldet, als Einzelperson - sagte er mir, dass es kein Problem sei, fast alle, die von mir beabsichtigten Besichtigungen von Nationalparks und sonst. Sehenswürdigkeiten in einer ca dreiwöchigen Reiseroute zusammenzustellen. Vorgaben von mir, über eine längere Aufenthaltszeit, zum Fotografieren in bestimmten Parks, würden berücksichtigt. Auch meine sprachlichen Unzulänglichkeiten - kein französisch, englisch etwas - würden sicherlich kein Problem werden; ich bekommen einen entsprechend erfahrenen Führer mit.
Nachdem mir Herr Wonneberger eine Wochen später mitgeteilt hatte, dass sich für diese Reise noch eine weitere Person interessiert hatte - wir hätten bei dieser schon erstellten Reiseroute die Tsingys bei Morondava an der Westküste der Insel aufgesucht, was mich auch sehr interessiert hätte - habe ich schon mal mündlich zugesagt. Einige Tage später ist diese Person jedoch wieder "abgesprungen" und so habe ich die Reise für mich alleine gebucht. Zum Tsingybesuch kam es allerdings nicht; ich hätte wegen des längeren "Anmarschweges" dorthin, auf den Süden der Insel (Fort Dauphin) verzichten müssen. Herr Wonneberger sagte zu mir, das machen sie beim nächsten Mal; er wäre sich sicher, dass ich nochmals nach Madagaskar kommen werde. Ohne meinem nachfolgenden Reisebericht vorzugreifen; ich werde mit Sicherheit nochmals nach Madagaskar kommen. Sie werden jetzt schon erahnen, wie schön die Reise war.
08.10.2004 - Flug von München über Paris nach Antananarivo
Mein Schwager fährt mich zum Flughafen nach München. Flug geht mit der Air France mit 50minütiger Verspätung (eigentlich um 09.25 Uhr) nach Paris, zum Flughafen Charles de Gaulle. Flugzeit 85 Minuten. Beim einchecken in München kein Problem mit dem "Übergepäck" von ca 35 Kilo. Nervig war jedoch die Sicherheitskontrolle. Ich musste meinen gesamten Rücksack ausleeren, wo ich meine wichtigsten Fotoutensilien für die Mitnahme in den Flieger verpackt hatte. In jede Tasche wurde reingesehen, selbst bei den Objektiven musste ich die Abdeckungen aufschrauben. Das Ganze hat fast 20 Minuten gedauert
Dann Flughafen in Paris!! Ankunft im Terminal F. Als Erstes ist mir unangenehm aufgefallen, dass es furchtbar schmutzig ist; noch keinen Flughafen in solcher Verfassung gesehen. Jetzt wohin zum Abflug nach Madagaskar in diesem riesigen Gebäude. Gott sei Dank, dass ich zum Abflugtermin um 16.55 Uhr noch genügend Zeit hatte; ist unbedingt nötig. Bei mehreren Fragen an drei Informationsschaltern - bis sich die Damen bei ihrem Plausch überhaupt für mich interessiert hatten - bekam ich nur unzulängliche Angaben. Ein Polizist hat mir dann in sehr freundlicher Art. weitergeholfen und zwar exakt. Ich war im Parterre und da muß man ca 400 Meter laufen zu einem Lift in den 2. Stock und dort ist eine Bushaltestelle. Mit dem Bus Nr. 3 fährt man ca 10 Minuten zum gegenüberliegenden Terminal A. Dies ist übrigens das neugebaute Terminal, wo dieses Jahr ein Teil des Daches eingestürzt ist; man sieht dies bei der Landung von München. Gleich am Anfang des Terminals A aussteigen und hier beim ersten Eingang rein. Rechts hinten in der Ecke sind die Schalter zum einchecken für Air Madagaskar, mit welcher ich geflogen bin. Nach etwa 15minütigem Anstehen, einchecken, wobei mir sofort aufgefallen ist, dass der Madagassy äußerst freundlich war.
Nachdem ich meinen Seesack abgegeben hatte, ging es zur Sicherheitskontrolle. Eine Französin beim Einlaß wies mich zurück. Nach mehrmaliger Nachfrage, was dies soll, habe ich rausbekommen, dass mein Rucksack als Bordgepäck zu schwer sei. Ich musste also wieder zurück zu Air Madagaskar um meinen Rucksack dort aufzugeben, nachdem ich die zerbrechlichsten Fotoutensilien in einer Plastiktüte verstaut hatte, welche ich von dem freundlichen Air-Madagascar-Mitarbeiter bekommen hatte. Übrigens hatte dieser für die Maßnahme nur ein verständnisloses Kopfschütteln parat, nachdem ich ihm dies erzählt hatte.
Nun bekam ich endlich Einlaß gewährt. Nach der wiederum peinlich genauen Sicherheitskontrolle - gleiche Prozedur wie in München, nur jetzt mit etwas weniger Gepäck, manche mussten sogar Schuhe und Gürtel ausziehen, ich komischerweise nicht - war ich endlich in der Abflugzone im Gate A 46. Nachdem ich ziemlich Zeit für das ganze Prozedere gebraucht hatte, war die Wartezeit bis zum Abflug um 16.55 Uhr nicht mehr sehr lange. Pünktlich war der Abflug, was mich hier in Paris schon gewundert hat. Die Maschine war bis auf den letzten Platz besetzt (Boeing 767). Nach dem Essen an Bord - Auswahl zwischen zwei Gerichten - bin ich dann nach Einnahme von zwei Schlaftabletten eingeschlafen.
09.10.2004 - Ankunft in Antananarivo und Stadtbesichtigung
Aufgewacht um 04.00 Uhr (Ortszeit; 1 Stunde "voraus") nachdem schon der Sonnenschein durch die Fenster leuchtete. Kurze Zeit später Frühstück und Landung pünktlich um 04.50 Uhr in Antananarivo, kurz Tana genannt. Nachdem das Gepäck da war, Polizei und Zollkontrolle - Einreiseschein zum Ausfüllen bekommt man bereits im Flieger - kein Problem, nur kurzes Einsehen in das Handgepäck und nach ca 25 Minuten war ich am Ausgang. Hier wurde ich sogleich von Frau Lala,- Papier mit meinem Namen wurde hochgehoben - von der örtlichen Agentur in Empfang genommen. Nach dem Geldwechsel am Flughafen - dort war es übrigens am günstigsten - 1 € sind ca 12 4000 madagass. Franc - (ab 1.1.2005 gibt es nur noch Ariary- 1 Ariary sind 5 mad. Franc) ging die Fahrt Richtung Tana zum Hotel "Bellevue". Fahrzeit ca 1 Stunde. Das Hotel wird von einem Deutschen Herrn Schwarte - ich glaube er ist Musikprofessor - und seiner madagassischen Ehefrau, welche perfekt deutsch spricht, betrieben. Das Hotel liegt wunderbar auf einem Hügel; genau gegenüber, auch auf einem Hügel, ist ein Stadtteil von Tana und darüber, alles überragend, der Königspalast. Eine wunderschöne Lage und fast hätte ich es vergessen, ein super Wetter, stahlblauer Himmel und glasklare Sicht. Der Empfang im Hotel von Frau Schwarte war äußerst freundlich, auch das Personal ist nur nett; ich habe mich sofort wohl gefühlt.
Nach einer angenehmen Dusche im sehr gemütlich eingerichteten und äußerst sauberen Zimmer mit davor liegendem Laubengang und "Königspalastblick", gab es um 09.00 Uhr Frühstück im Freien. Um 10.30 Uhr war "Stadttour" mit Lala angesagt.
Die Fahrt ging zuerst zum kleinen Zoo in einer wunderschönen Anlage mit alten Bäumen und einem See mit riesigen Sumpfpflanzen (wegen der großen Blätter "Elefantenohren" genannt). Nach Besichtigung einer Anlage mit endemischen Bäumen, Flaschenbäume, kleinere Baobabs und sonstigen Trockengebietspflanzen und an anderer Stelle, die verschiedensten Palmenarten, natürlich auch die fächerförmige Ravenalapalme, das Wahrzeichen Madagaskars, besuchten wir die Tiergehege.
Lt. Lala sollten sich eigentlich auf einer Insel des Sees Lemuren aufhalten. Nach Befragung der Wärter, erzählte mir Lala, daß die Lemuren gerade in ihren Gehegen seien, da es jetzt um die Mittagszeit zu heiß für sie wäre. Was Lala genau gesagt hatte, weiß ich nicht, auf jeden Fall wurden wir ins Innere der Gehege mitgenommen und da gab es für uns alleine, speziell natürlich für mich, eine "Sondervorstellung". Nach Öffnen der Türen und Anlocken der Lemuren mit Honig, waren die verschiedensten Arten von Makis um den Wärter herum. Es war ein riesen Spaß, diese lustigen Tiere mit ihren netten Gesichtern anzusehen. Dies war genau mein "Geschmack"; ich habe natürlich viele Fotos gemacht. Wir waren bestimmt eine gute ½ Stunde im Gehege, wobei es dem Wärter auch sichtlich Spaß gemacht hat, da er mir immer wieder die Makis zum Fotografieren richtig präsentiert hatte.
Nach Besichtigung weiterer Gehege mit kleineren Echsen und Chamäleons und einigen sonstigen Tieren - die "Nachtmakis" waren leider nicht zu sehen, sie haben natürlich geschlafen - besuchten wir noch das im Zoo befindliche kleine Museum (Volkskunst, Tierpräparationen und Urzeitfunde) und dann ging die Fahrt auf den Hügel, vorbei an wunderschön blau blühenden Jakarandabäumen, hinauf durch schmale Straßen, zum Königspalast. In unmittelbarer Nähe, mit herrlichem Blick auf die unter uns liegenden Stadt, haben wir in einem netten Restaurant das Mittagessen eingenommen. Als Vorspeise gebackenen Auberginen und dann gab's gegrillten Zebuspieß mit Nudeln und einer wohlschmeckenden Soße. Ein vorzügliches Essen. Ich kann es jetzt gleich sagen, ich habe während meines Aufenthalts in Madagaskar Zebufleisch in den verschiedensten Variationen gegessen; dieses Fleisch ist das beste, was ich jemals gegessen habe und sicherlich macht es auch die vorzügliche Zubereitung dort aus. Ich hatte schon so viel darüber gelesen, dass das Zebufleisch und das Essen überhaupt - auch das Einheimische, z.B. Ravitoto ( sprich. Ravitutu, ist Gemüseeintopf) - äußerst schmackhaft sei; so gut habe ich mir das allerdings nicht vorgestellt.
Nach diesem guten Essen haben wir den leider ausgebrannten Königsplast besichtigt. Das riesige Steinbauwerk ist aber nach wie vor beeindruckend. Vor allem ist von diesem Hügel zu berichten, dass von hier eine herrliche Aussicht auf sämtliche Teile der Stadt und die weitere Umgebung, herrscht.
Anschließend besuchten wir den nahe gelegenen Präsidentenpalast. Dies ist auch ein ziemlich hohes, aber eher unansehnliches Gebäude; zumindest nach meinem Geschmack. Im Innern befinden sich eine Reihe von Bildern - eine Art Ahnengalerie - der Königsfamilien Madagaskars und vor dem Feuer gerettete Utensilien, aus dem Königspalast.
Weiter sind wir dann den Hügel hinunter - Verkehrsstau ist in den engen Straßen zu jeder Zeit angesagt, Fahrzeuge jede Menge - zum Blumenmarkt, neben einem größeren künstlichen See; umrahmt von einer Allee mit blaublühenden Jakarandabäumen. Der Blumenmarkt ist wirklich sehenswert. Von Gladiolen über Weihnachtssterne, bis zu zig verschiedenster Arten von Orchideen, gibt es hier zu sehen.
Zum Schluß besuchten wir noch das Goetheinstitut, wo Lala mir erzählte, dass sie hier die deutsche Sprache studiert hatte. Vom Balkon gab es noch einen schönen Blick - jetzt schon in der Abendsonne - auf die Markhallen und den "Königshügel". Im immer dichter werdenden Verkehr waren wir dann um 17.00 Uhr im Hotel. Es war ein interessanter Tag mit schönen Erlebnissen zur Flora und Fauna, sowie Einblicke in die madagassische Kultur. Ich muß unbedingt hervorheben, dass sich Lala sehr große Mühe gemacht hat, sowohl was das Zeigen der Sehenswürdigkeiten, wie auch die notwendigen Erklärungen dazu betrifft. Auch über Land und Leute habe ich bei dieser Stadttour ausführlich erzählt bekommen.
Nach diesem doch etwas langen Tagesausflug - teilweise war es
richtig heiß - war die kalte Dusche auf dem Zimmer ein
Genuß. Danach habe ich mir gleich ein herrliches Essen bestellt:
Gemüsesuppe - eine Terrine, mit Inhalt so viel wie bei uns drei
Teller - und danach einen madagassischen Gemüseeintopf (Ravitutu)
und einen Obstteller. Ein vorzügliches Essen mit einem
wohlschmeckenden ( wenn das schon ein Bayer sagt) und gut
gekühlten Bier (Three Horses, heißt es). Die Köchin und
"Bedienerin" - leider weiß ich den Namen nicht mehr - war eine
sehr freundliche und lustige Person, die immer versucht hatte, ihre
paar deutschen Worte mit einzubringen, was jedes Mal zu einem
beiderseitigen Lacherfolg geführt hat.
Dann um 22.30 Uhr war ich "Bettreif"; morgen um 09.00 Uhr ging ja die "richtige" Reise dann an.
10.10.2004 - Fahrt über Ambatolampy nach Antsirabe
Nach dem vorzüglichen Frühstück geht es mit Viktor, meinem Fahrer und "Betreuer" in seinem Pkw, Renault , um 09.00 Uhr los - für die nächsten 9 Tage - bis an die Westküste nach Tulear. Viktor ist ein Mann mittleren Alters und war mir vom ersten Augenblick an sympathisch, und dies hat sich die gesamte Reise nicht geändert. Ich kann es gleich vornweg nehmen, ein liebenswerter Mensch und ein ausgezeichneter Betreuer und Organisator. Leider hat es sich herausgestellt, dass für größere Unterhaltungen mein Englisch zu schlecht war, trotzdem haben wir uns in wichtigen Dingen immer verstanden, wenn auch manchmal nach geduldigen und mehrfachen Erklärungen durch Viktor.
Die Fahrt ging heute über ca 160 Km, in Richtung Süden, über Ambatolampy nach Antsirabe. Die sehr gute, geteerte Straße - fast kein Verkehr - führte über hügeliges, leicht bergiges Gelände, jetzt mit gelbem, von der Sonne verbranntem Gras bedeckt, fast kein Baumbewuchs, mit deutlich sichtbaren Spuren der Abholzung. In manchen Tälern jedoch - es ging laufend bergauf, bergab -waren Reis und Gemüsefelder im Terrassenbau zu sehen und teilweise auch größere Baumbestände mit herrlich grünen Pinien und Föhrenbäumen
An den Straßenrändern boten Frauen sehr schön geflochtene Tierfiguren und auch kleine Körbe aus Sisalfasern an. Sehenswert waren die liebevoll und detailliert hergestellten Holzautos, Fahr- und Motorräder aus Metall (angeblich aus Coladosen). Hier hätte man schon einen Kofferraum voll einkaufen können. Natürlich wurde auch Obst, jeglicher Art, insbesondere in dieser Gegend, herrliche Erdbeeren, angeboten.
Gegen 12.30 Uhr Ankunft in Antsirabe im Hotel "Diamant". Es handelt sich zwar um ein etwas ältliches Bauwerk, evtl. noch aus der Kolonialzeit, aber äußerst sauber. Nachdem wir in der Stadt in dem "Bar-Restaurant Razafimamonjy" vorzüglich chinesisch gespeist hatten, mein Essen hieß: "Riz vegetarisch spezial" - Viktor hat dies vorgeschlagen - fuhren wir um 14.00 Uhr zu dem etwa 7 Km entfernt liegenden Kratersee "Lac Andraikiba. Leider war die Sonne inzwischen verschwunden und so war die Landschaft in diffuses Licht getaucht, so dass die Schönheit dieses Sees nicht richtig zur Geltung kam. Nachdem es Sonntag war, ist der See mit einheimischen Ausflüglern "belagert" gewesen. Wir sind dann auch gleich ca. 12 Km weiter gefahren, zu dem auf 1 880 Meter liegenden zweiten Kratersee, dem "Lac Tritriva". Leider war das smaragdgrüne Wasser in diesem tiefen Kraterkessel wegen fehlender Sonne nur zu erahnen; trotzdem ein imposanter Anblick. Nach der 40minütigen Umrundung auf halber Höhe über dem Wasser mit einem Studenten, der sich ein wenig Geld verdienen wollte, ging es weiter, quer durch ein teilweise mit dunkelroter Erde bedecktes und hügeliges Gelände durch, mit meinen Augen gesehen", trostlose Dörfer. Hier ist Armut pur zu sehen, die Leute trugen als "Bekleidung" teilweise nur "Fetzen". Natürlich weit und breit fast keine Bäume zu sehen, jedoch brannten fast überall die Köhlerfeuer, wo Holzkohle hergestellt wird. So traurig dies war, auch das muß man als Tourist gesehen haben. Im Übrigen war dies ein Weg über Sandpisten, welchen "normale" Reisegruppen nicht nehmen. Dank sei hiermit an Viktor, dass er mir hier, wie auch bei anderen Gelegenheiten während der Fahrt, auch diese "Schattenseiten" des Landes gezeigt hatte.
Ankunft um 17.00 in Antsirabe. Viktor wollte mir zwar noch eine Edelsteinschleiferei (Josef) zeigen, mir war aber mehr nach duschen; außerdem hatte ich auch Hunger. Nach einem weiteren vorzüglichen Essen in dem schon genannten Lokal und einem kühlen Bier - hier ist übrigens die Brauerei, "Three Horses" - war ich "Bettreif". Morgen liegt eine lange Strecke von ca 360 Km vor uns. Bevor ich es vergesse; die Stadt Antsirabe ist für ihre unzähligen Arten von chinesischen Rikschas bekannt, hier: "Pousses-Pousses" genannt. Natürlich ist Antsirabe auch bekannt, als Umschlagplatz von Edelsteinen.
11.10.2004 - Fahrt über Ambositra zum Ranomafana-Nationalpark
Heute geht die Fahrt über Ambositra, Ambohimahasoa zum
Nationalpark Ranomafana, ca. 360 Km. Abfahrt um 07.45 Uhr. Zuerst
Geldwechseln - Euro-Traveller-Schecks werden ohne Probleme angenommen,
dauert aber etwas - und dann eine Fahrt durch eine sehr schöne
Berglandschaft mit kleinen Flüssen und wo keine Dörfer sind,
vor allem in den Schluchten, herrlicher Pinien und Föhrenbewuchs.
Ansonsten Reisfelder im Terrassenbau mit leuchtend grünem Kontrast
zu der meist rötlichen Erde. Die Straße ist weiterhin gut
und vor allem ein herrliches Wetter. Vorweg genommen, dies war
landschaftlich die schönste Fahrt.
Bei etlichen Fotostopps, wann ich wollte, hatte Viktor sofort
angehalten - war natürlich sofort eine Schar freundlicher Kinder
um uns herum, an die ich meine mitgebrachten Bonbons verteilt habe.
Unbedingt mehrere Tüten Bonbons mitnehmen, auf diese sind die
Kinder ganz "wild" und ich meine noch mehr, auf Kugelschreiber, diese
sind fast noch mehr begehrt.
Ankunft 11.45 Uhr in Ambositra . Hier haben wir eine Holzschnitzerei,
"Chez Viktor" - nicht verwandt und verschwägert, mit meinem Viktor
- besichtigt. Es war beeindruckend, mit welcher handwerklichen
Geschicklichkeit die verschiedensten Figuren und
Gebrauchsgegenstände von diesen Leuten angefertigt werden. Es sind
solch wunderschöne Figuren aus Rosenholz u.a., teilweise
äußerst filigran geschnitzt; ich hätte am liebsten die
gesamte Kollektion aufgekauft. Dazu hätte ich allerdings einen
Container benötigt, eine solche Auswahl war vorhanden. Nach
einigem Handeln bei der Chefin, habe ich dann vier Figuren erstanden
und ein Musikinstrument aus Bambus, fein mit Figuren verziert,
außen herum mit Stahlsaiten bespannt. Das Instrument heißt:
"Valiha" und hört sich an, wie eine alpenländische Zither.
Der Junge vom Shop, hat mir das Instrument gestimmt und mir
vorgespielt, es hat einen wunderschönen Klang. Schade dass ich
dieses Instrument nicht spielen kann.
Weiterfahrt um 12.30 Uhr nach Ambohimahasoa. Nach einem kurzen Tankstop und einem Cola in einem kleinen Shop, den Viktor zu einem kleinem Plausch mit der Besitzerin nutzte, ging die Fahrt um 14.00 Uhr weiter.
Leider wurde momentan der Baumbestand immer weniger, sieht man einmal von den aus Australien importierten Eukalyptusbäumen ab, die überall zwischen den abgeholzten oder abgebrannten Baumbeständen gepflanzt wurden. Die Bäume sind zwar schnellwachsend, laugen aber den Boden nach wenigen Jahren aus; den Rest kann man sich denken.
Nach ca. 1 Stunde Fahrtzeit durch Straßenbaustellen mit frischer Teerung - das Auto von Viktor war voll mit Teerflecken - Abzweigung Richtung Nationalpark Ranomafana. Hier war es dann aus mit der Teerstraße; über teils größere Schlaglöcher ging es dann dem schon sichtbaren Regenwald entgegen. Die ganze Straße entlag standen allerdings die Plastiksäcke mit Holzkohle und rechts und links rauchten die Mailer!!
Ankunft am Eingang des Nationalparks um 16.00 Uhr; vorher Holzarbeiter fotografiert, die aus einen roten Eukalyptusstamm, wie vor hundert Jahren, Bretter herausgesägt haben, einer oben auf dem Gerüst, zwei unten, welche die Säge gezogen haben
Am Parkeingang ist es Viktor doch tatsächlich gelungen, für mich einen deutsch sprechenden Führer zu finden. Hierbei hat er schon vereinbart, dass ich abends noch eine Nachtführung bekomme. Bei der Fahrt von wenigen Kilometern zum Hotel "Manja" (das "j" wird übrigens wie ein "s" gesprochen) haben wir noch eine kurze Fotopause bei einem neben der Straße befindlichen Wasserfall gemacht. Während ich noch ein Foto schoss, sah ich meinen Führer, Dauphin hieß er, wie er plötzlich eine ca. 2 Meter lange Boa mit wunderschöner Zeichnung, am Schwanze festhielt, sie aber sofort wieder losließ, da sie äußerst "sauer" darauf reagiert hatte. Trotzdem ist es mir gelungen, zwei schöne Fotos, sogar eine Nahaufnahme, zu machen.
Jetzt aber schnell zum Hotel; um 17.00 Uhr war ja schon die "Nachtexkursion" angesagt. Nach kurzem Auspacken und Umziehen in einem netten Einzelbungalow, ging es schon mit Dauphin los. Viktor hat uns noch zum Parkeingang gefahren und nach der Flussüberquerung haben wir schon ein ca. 10 cm kleines Chamäleon entdeckt. Dank meines 100 mm Makroobjektives und des vorzüglichen "Nahblitzgerätes" der Fa. Novoflex aus Memmingen, die Präzisionsgeräte insbesondere für die Nah- und Makrofotografie herstellen - kann ich nur wärmstens empfehlen - sind mir super Fotos (Bildfüllend) gelungen. Weiter ging es bergan, inzwischen schon dunkel geworden, durch den Regenwald und tatsächlich -nomen est omen - fing es auch leicht zu regnen an. Nach kurzer Strecke Weges standen schon zwei Gruppen da und beim Näherkommen, sah man mehrer Mausmakis im Gebüsch. Fotografieren unmöglich, da zu weit weg, außerdem ziemlich erschreckt von den etwa 15 Leuten. Es zeigten sich noch weitere größere Makis aber zwischen den dicht stehenden niedrigen Bäumen, kaum zu sehen. Nach ca. 30 Minuten auf einem Hügel angekommen, zeigte sich ein Holzpavillon, wo sich mehrere Gruppen gesammelt hatten. Hier soll sich immer ein Fossa zeigen. Durch Fleischstücke angefüttert erschien dieser tatsächlich, bis auf eine Entfernung auf fast einen Meter. Er war etwas größer als eine Katze, hatte ein gelbliches Fell mit schwarzen Streifen und spitzer Schnauze. Eines der wenigen Raubtiere in Madagaskar. Es gibt noch eine braune Art, etwa doppelt so groß. Trotz der größeren Ansammlung von Personen gab er sich absolut nicht scheu und ließ sich gut fotografieren, und das von allen mit Blitz. Nachdem sich der Fossa zurückgezogen hatte und es mehr zu regnen anfing, beendeten wird die Tour, nicht ohne vorher noch die jetzt gesichteten ca. 2 cm kleinen grünen Frösche mit orangenfarbenen Augen, fotografiert zu haben.
Nach der Rückkehr etwa um 19.45 Uhr im Hotel noch schnell geduscht - war ziemlich schweißtreibend im Regenwald - und dann vorzügliches Romazava (madagass. Eintopf) mit vorheriger chinesischer Suppe gegessen und natürlich ein kühles Bier getrunken. Dies war eine Wohltat. Die Leute vom Hotel waren wieder ausnehmend freundlich und zuvorkommend. Jetzt aber in’s Bett - immerhin ist es schon 22.45 Uhr geworden - denn morgen steht eine Tagestour im Regenwald an.
12.10.2004 - Tour durch den Ranomafana-Nationalpark
Nachdem Frühstück haben Viktor und ich um 07.00 Uhr meinen
Führer Dauphin im nahen Dorf abgeholt und sind zum Eingang des
Nationalparks gefahren. Leider war kein schönes Wetter. Das
Reservat hat seinem Namen als "Bergnebelwald" alle Ehre gemacht; Wolken
bis zum Boden.
Nach Überqueren der Brücke über den Fluß in der
Schlucht - das kleine Chamäleon von gestern Abend war als
"Empfang" immer noch da - ging es gleich steil bergan durch doch gut
begehbare kleine Wege. Um uns herum dichtes Gehölz und dazwischen
mächtige 20 bis 30 Meter hohe Bäume. Aufgefallen sind mir die
vielen Grünpflanzen, welche es auch in unseren
Blumengeschäften zu kaufen gibt. Man verzeihe mir, dass ich die
Vielzahl dieser Pflanzen namentlich nicht mehr nennen kann, zumal mir
Dauphin diese größtenteils nicht ins Deutsche
übersetzen konnte. Aufgefallen sind mir jedoch die - Gott sei Dank
noch - vielen prächtigen Baumfarne. Eine imposante Erscheinung,
mit ihrem teils über 30 cm dickem Stamm und oben die schönen
filigranen Palmblätter. Dazu wäre - leider - zu sagen, dass
ich bereits in Tana auf dem Blumenmarkt und in den Häuser dort,
braune, vermeintlich wie ich meinte, geflochtene Blumenkübel habe
stehen sehen. Lala hat mich aber aufgeklärt, dass dies die Wurzeln
der Baumfarne sind, die ausgegraben werden und zu Blumenkübeln
zurechtgeschnitten werden. Insbesondere werden hierin Orchideen
gepflanzt, da die Wurzeln die Feuchtigkeit gut speichern. Obwohl streng
verboten, wird dies weiterhin praktiziert. Irgendwann gibt es diese
außergewöhnlich schönen "Bäume" dann nicht mehr!
Nach einiger Zeit habe ich dann 3 Meter neben dem Pfad - inzwischen hat es leicht zu regnen angefangen, war aber durch den dichten Wald nicht so tragisch - zwei Bambuslemuren beim Fressen gesehen. Dauphin hat durch Pfiffe dann sofort die anderen im Wald unterwegs gewesenen Gruppen zusammengerufen; was allerdings nicht in meinem Sinne war. Trotzdem sind mir einige gute Aufnahmen mit Blitz gelungen, da die Tiere lediglich 3 - 4 Meter entfernt und relativ frei vom Blattwerk, saßen.
Weiter ging es bergauf bergab durch den dichten Wald und immer
Ausschau halten nach irgendwelchen Tieren, die leider nicht zu sehen
waren. Keine Schmetterlinge, keine Lemuren, keine Vögel, keine
Chamäleons. Schweißtreibend war es allemal, zumal die
höchste Erhebung immerhin 1374 Meter betrug.
Nach einiger Zeit liefen uns "Einheimische" über den Weg, welche
Dauphin nach evtl. gesichteten Lemuren fragte. Was sie sagten habe ich
natürlich nicht verstanden, aber kurze Zeit später
hörten wir ihr Rufen und Dauphin sagte mir, sie hätten
"Sifakas" gesehen. Nun ging es quer durch den Regenwald, über
kleine Bäche und dann haben wir schemenhaft in etwa 30 Meter
Höhe 4 schwarz/weiße Lemuren gesehen, welche aber sofort
wieder im Blätterdach verschwunden sind. Jetzt habe ich erst an
Dauphin bemerkt, dass dieser an den Beinen und Armen - er hatte
lediglich eine kurze Hose, "Badeschlappen" und ein T-Shirt an - mit
Blutegeln bedeckt war. Obwohl ich Stiefel, eine lange Hose und ein
langärmeliges Hemd trug, hafteten an mir mindestens 15 von diesen
"Tierchen". Lediglich Oberkörper und Kopf haben sie
"verschmäht" Wie diese Tiere in Sekundenschnelle an unsere
Körper gelangt sind, ist mir bis heute schleierhaft. Dauphin hat
lediglich gelacht - kein Problem - und dann haben wir uns diese Tiere
bestimmt 10 Minuten lang vom Leib gezogen. Übrigens bei meiner
Rückkehr habe ich beim Duschen dann nochmals drei davon unter
meinen Socken gefunden. Aber keine Angst, sie sind nicht giftig, nur
für schwache Gemüter etwas ekelig anzusehen. Ich lebe immer
noch!
Weiter ging's durch den Regenwald, ohne weitere Tiere zu sehen, bis wir zum höchsten Punkt gekommen sind , wo wir dann relativ freie Sicht nach unten hatten. Beim Abstieg sind wir dann bei einem schönen Wasserfall vorbeigekommen und anschließend haben wir dann im Brust hohen Himbeergebüsch, zwei ca. 10 cm kleine Chamäleons entdeckt; beigefarben mit blauen Punkten. Diese Gelegenheit habe ich natürlich genützt, diese mit meinem Macroobjektiv, natürlich mit "Nahblitz" - Sonne war keine da, aber auch kein Regen mehr - ausgiebig zu fotografieren. Schön waren sie anzusehen und vor allem haben sie auch schön "stillgehalten".
Anschließend ging es auf einem kleinen "Höhenweg" den Fluß - übrigens heißt er: Namorona - entlang, landschaftlich sehr schön, Richtung zum kleinen Dorf Ranomafana. Bei einer "Bauernfamilie" - die vielen Kinder bekamen natürlich Bonbons von mir - ließ mir Dauphin das Mark von Zuckerrohr probieren. War sehr schmackhaft und vor allem erfrischend. Am Thermalbad von Ranomafana vorbei - dort bei einem Verkaufsstand haben ich eine gekochte und noch warme Maniokwurzel probiert; schmeckt tatsächlich nach Kartoffel, nur etwas trockener, wenn man Hunger hat ist dies ein ausgezeichneter "Sattmacher" - sind wir dann zu meinem Hotel gelaufen und dort gegen 13.00 Uhr eingetroffen. Immerhin waren es nun 6 Stunden Tour; obwohl wir leider wenige Tiere, Blumen überhaupt keine, gesehen haben, war es absolut keine Enttäuschung für mich. Allein das durch den Regenwald zu laufen - mir als Bergsteiger hatte dies sowieso keine Probleme bereitet - war schon ein großes Erlebnis. Man muß sich im Übrigen im Klaren sein, dass die hier wildlebenden Tiere natürlich nicht auf "Kommando" erscheinen, um sich dann auch noch ausgiebig fotografieren zu lassen. Wann sieht man in unseren Wäldern schon Wildtiere? Dauphin sagte mir, eigentlich hätte man mehr Tiere, insbesondere Makis sehen müssen; ich habe leider etwas Pech gehabt.
Eigentlich hatte Viktor am Nachmittag vorgesehen mich zum Schwimmen in's Thermalbad zu fahren. Angesichts des immer schlechter werdenden Wetters, es hat dann stärker zu Regnen angefangen, hat auch Viktor" eingesehen", dass dies doch nicht so gut ist und so habe ich mich nach dem Essen etwas schlafen gelegt, was nach der Wanderung auch nicht schlecht war. Am Spätnachmittag bis zum Abend, habe ich auf der Veranda mit Lesen die restliche Zeit verbracht, immer noch bei Regen, und es war so, dass man fast "gefröstelt" hat, obwohl nach meiner Meinung die Temperatur bei 20 Grad lag. Immerhin die "Einheimischen" hatten schon dicke Pullover und Wollmützen (?) angezogen.
13.10.2004 - Fahrt über Fianarantsoa nach Ambalavao
Heute geht die Fahrt über Fianarantsoa nach Ambalavao, ca. 150
Km. Bei der Wegfahrt um 06.45 Uhr immer noch leichter Regen in
Ranomafana. Der Himmel lichtet sich immer mehr in Richtung
Fianarantsoa, wo man an ausgedehnten Reis- und Gemüsefeldern
vorbei kommt. Dort kurzer Zwischenstopp - Viktor ließ seinen Pkw
waschen und insbesondere die Teerflecken von den
Straßenbauarbeiten, entfernen - danach etwa um 10.15 Uhr
Weiterfahrt. Die Fahrt geht durch eine sehr abwechslungsreiche
Gebirgslandschaft, unterbrochen in den Tälern mit Reisterassen in
herrlichem Grün - Fotomotive hinter jeder Kurve - auf einen
Paß , von wo man einen grandiosen Ausblick auf das
zerklüftete Andringitra - Gebirge und auf die Ebene von Ambalavao
hat. Übrigens ist in dieser Gebirgslandschaft einmal auf der
rechten Seite ein markanter Gebirgsstock zu sehen, welcher auf dem
500-Franc-Schein abgebildet ist.
Kurz vor Ambalavao kamen uns dann auf der Straße zahlreiche
Zebuherden entgegen; riesige Tiere mit mächtigen Hörnern und
in allen Farben.
Gegen 11.45 Uhr Ankunft im sehr schönen Hotel "Aux
Bougainvillees", wo ich ein wiederum sehr sauberes und
äußerst gemütlich eingerichtetes Zimmer, im gemauerten
Einzelbungalow bekam. Das, ausnahmslos, weibliche Personal war sehr
freundlich; das Essen, wie immer , super.
Nachdem Essen bemerkte ich plötzlich, wie weitere Gäste durch
das Fenster in Richtung eines Strauches sahen. Neugierig geworden ,
bemerkte ich ein wunderschönes, ca. 35 cm langes, hellgrünes,
Chamäleon, mit weißen Punkten. Natürlich war sofort
fotografieren angesagt, wobei mir mit meinem Macroobjektiv, bei jetzt
hellsten Sonnenschein, tolle Nahaufnahmen gelungen sind. Ein weiteres
entdecktes Chamäleon - gleiche Größe, jedoch beige mit
schwarzen Querstreifen - ließ sich offenbar ungern fotografieren.
Bei jeder Annäherung lief es weg - die können, wenn sie
wollen schon relativ schnell laufen, man glaubt es kaum, wer es noch
nicht erlebt hat - oder es versteckte sich hinter Ästen.
Ausdauernd wie ich bin, sind mir trotzdem mehrere schöne Fotos
gelungen
Nach dem Essen Besichtung der gleich neben dem Hotel sich befindlichen "Papierfabrik", wo das bekannte "Antaimoro-Papier" aus den zerstampften Fasern des Avoha-Baumes in langwieriger Handarbeit hergestellt wird. Das feuchte Papier wird von den Frauen mit selbstgepflückten Blumen verziert und mit Lackleim versiegelt. Das Papier sieht sehr hübsch aus. Es war dies eine äußerst interessante Besichtigung - mein Viktor hat für mich wieder einen deutsch sprechenden Führer gefunden - welche man sich nicht entgehen lassen soll.
Anschließend fuhr mich Viktor zu dem immer am Mittwoch stattfindenden Zebumarkt, gleich am Ortsrand von Ambalavao gelegen. Inzwischen war herrlicher Sonnenschein, mit tollen weißen Wolkentürmen . Während Viktor auf seinen Pkw, "aufpasste", machte ich mich allein auf, zu dem auf einem Hügel gelegenen Zebumarkt. Es war eine unglaubliche Kulisse. Hunderte von Zebus, jeglicher Größe und Farbe, mit zum Teil riesigen Hörnern. Die Erde rotbraun, Hunderte von buntgekleideten Händlern und Käufern und das mit einem herrlichen Berghintergrund, des Andringitra - Massives und dazu blauer Himmel, mit gewaltigen Kumulustürmen; eine absolutes Erlebnis. Bei solchen Motiven war es eine Freude zu fotografieren; ganz alleine zwischen vielen Tieren und Menschen unter die ich mich mischen und beim Handeln zusehen konnte, ohne daß ich auch nur einen unfreundlichen Blick sehen konnte; im Gegenteil, ich wurde geradezu "gedrängt", alles was ich wollte anzusehen und zu fotografieren. Nach gut einer Stunde und zig Aufnahmen, ging es zurück zu Viktor, der natürlich von einer Traube von Kindern umringt war; er hatte inzwischen ausgiebig meine Bonbons verteilt.
Es war aber noch nicht Schluß für heute. Viktor wollte mir unbedingt noch ein ca. 8 Km vom Ort entferntes Weingut zeigen. Zu sehen war allerdings nicht viel, da die Weinlese schon abgeschlossen war. Die Weinprobe von drei Weinsorten : "Weißer, Grüner, Roter", war nicht so nach meinem Geschmack. Da ich sowieso kein Weinkenner bin, kamen mir die Weine irgendwie etwas "säuerlich" vor.
Bei der Rückfahrt meinte Viktor, dass ca. 12 Km entfernt, noch ein Privatreservat zu besichtigen wäre. Bis ich das nur begriffen hatte, was er damit meinte! Nach einigem Nachfragen mit meinem "guten" Englisch, hatte ich endlich verstanden. Viktor wollte mir dies nur sagen, falls ich dies noch hätte ansehen wollen. Anscheinend hat er schon negative Erfahrungen mit anderen Touristen gemacht, die offensichtlich reklamiert hatten. So habe ich dies jedenfalls verstanden. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit von 16.00 Uhr, habe ich dankend abgelehnt. Ich hatte nämlich so langsam Hunger; außerdem war es mir nach der Hitze des Tages nach einem kühlen Bier. Ja, Viktor will mich an sämtlichen Sehenswürdigkeiten teilhaben lassen, was die Fahrt "hergibt".
Nach einer herrlich kalten Dusche gab es dann ein super Essen. Ich habe mich nämlich von der freundlichen Bedienung "überreden" lassen "Camenoas"(hoffentlich habe ich dies richtig geschrieben), zu essen. Es waren eine Art Gampas, gegrillt, mit süß/sauerer Soße und Spaghetti. Ich sage Euch, ein "Gedicht" von Essen. Nach nochmaliger "Besichtigung" der beiden Chamäleons, die immer noch auf ihrem Strauch saßen, ging es dann zu Bett. Es war schon ein anstrengender Tag, aber insgesamt ein großartiges Erlebnis.
14.10.2004 - Fahrt nach Ranohira im Isalo-Gebirge - Tour Piscine naturelle
Die Fahrt geht heute über Ihosy nach Ranohira im Isalo - Gebirge, ca. 240 Km. Abfahrt um 07.45 bei herrlichem, klaren Wetter, mit weißen Kumuluswolken, vorbei an einer grandiosen Gebirgslandschaft mit leider wenige Bäumen. Linksseitig, in etwas weiterer Entfernung ist das Andringitra - Massiv zu sehen, mit seinen herausragenden Erhebungen, den Pic Boby 2658 m und den Pic Bory 2630 m, die zweit- und dritthöchsten Berge von Madagaskar. Nach kurzer Zeit geht es einen Paß nach oben zum "Les Portes du Sud" (Tor des Südens). An nackten Felstürmen vorbei bis zu einem markanten Felsblock, dem heiligen Berg "Keliberano. Viktor sagte mir, dass er seiner Form nach, auch Bischofsmütze genannt wird. Die Landschaft wird danach immer flacher, wobei die Straße kilometerweit schnurgerade verläuft, bis dann mehr Bäume auftauchen - hier wachsen Mangobäume - und der erste Baobabbaum zu sehen ist. Dies war an diesem Tag aber auch der Einzige. Ansonsten ziemlich "langweilige" Landschaft, eine Art Savannen- und Steppenlandschaft. Nach Passieren der Stadt Ihosy, geht es kurz darauf einen Paß hoch, wobei sich dann eine riesige Hochebene (Hochebene von Horombe) ausbreitet. Soweit das Auge reicht gelbliches verdorrtes hohes Gras, mit Tausenden von Termitenhügeln und knallroter Erde. Kurz nach dem Paß wird auf eine Länge von ca. 50 Km die Straße gänzlich neu trassiert und geteert. Nebenan wird dann auf der roten Sandpiste gefahren mit Schlaglöchern zuhauf. Ich wollte mir dies überhaupt nicht vorstellen, wie das bei Regen ist. Viktor und ich waren schon froh, dass wenig Verkehr war und wir relativ wenig von dem roten Staub abbekommen haben; trotzdem waren wir ganz schön "rot angehaucht". Nach einer guten Stunde Fahrt - wir hatten profitiert, dass sich Viktor auf der Sandpiste verfahren hatte und wir das letzte Stück auf der schon fertigen Straße zurücklegen konnten - ist dann im Hintergrund das Isalo - Massiv zu sehen gewesen. Eintreffen in Ranohira um 11.45 Uhr.
Viktor ist sofort zum Parkeingang gefahren, um einen Führer für mich zu organisieren. Der einzige deutschsprachige Führer war aber nicht hier und so sind wird dann zu dem etwa 2 Km entfernt liegen Hotel "Joyau del Isalo" gefahren. Eine wunderschöne Hotelanlage, mit Steinbungalows und Sicht auf das nahe gelegenen Isalo - Massiv. Die Leute vom Hotel waren natürlich äußerst freundlich und zuvorkommend; ich muß das immer wieder wiederholen, da dies in unseren "Breiten" nicht so selbstverständlich ist.
Viktor ist dann nochmals nach Ranohira gefahren, wobei ich momentan gar nicht mitbekommen hatte, warum. Ich war gerade beim Auspacken in meinem Bungalow, als Viktor zurückkam und mir einen Madagassen namens "Zebu", als meinen Führer für die "Isalo - Tour" vorstellte. Eigentlich wollte ich gerade duschen, aber Viktor und Zebu - er sprach ausgezeichnet deutsch - überredeten mich, ich sollte mit ihm doch gleich die erste Tour zur "Piscine naturelle" (kleiner Wasserfall mit Naturschwimmbecken) im Isalogebirge , machen. Schnell, das Nötigste zusammengepackt - Sonnencreme, vergessen aber nicht das Mineralwasser und die Badehose, letztere wäre auch nicht tragisch gewesen - und nach ca. 20minütiger Fahrt, um 12.45 Uhr, aussteigen und dann in der prallen Sonne ein schweißtreibender ca. 40minütiger Aufstieg auf ein Hochplateau welches mit trockenem Gras und einigen weitausladenden alten Bäumen bewachsen war. Die Ausblicke auf die wild zerklüfteten, rötlich und ockerfarbenen, gebänderten Bergkegel des Massivs waren unbeschreiblich schön. Auf einem guten Weg, an bizarren Bergformationen vorbei, teilweise durch weitausladende Bäume - hier haben wir zwei der wunderschönen Wiedehopfvögel gesehen, bei uns vom Aussterben bedroht - ging es zu einer kleinen Senke, wo üppiges Grün zu sehen war. Von oben war schon ein kleiner Wasserfall und ein ca.10 Meter langes und 4 Meter breites Naturbecken zu sehen, das "Piscine naturelle". Nach einigen Metern und ein paar Stufen runter, stand man vor dieser Naturschönheit, umrahmt von üppigem Grün. Ein paar Fotos gemacht - außer uns, waren nur noch zwei andere Leute da - und dann rein in das wunderschön kühle Wasser. Nach der Hitze des Weges, war dies eine fast nicht zu beschreibende Wohltat.
Nach einer halben Stunde Aufenthalt an diesem paradiesischen Ort,
kamen dann eine größere Anzahl von Touristen und Zebu und
ich waren uns einig, dass es nun Zeit ist, zum Weitergehen. Es folgte
dann ein ziemlich ebener Weg auf dem Hochplateau, vorbei an einigen
Grabstätten (Art Steinhäuser) angeblich aus dem 16. Jh., der
Bara und Sakalava , welche hier in der Gegend gewohnt hatten. Am
Wegesrand waren auch zwei kugelförmige Gewächse mit gelben
Blüten zu sehen, von denen Zebu sagte, sie gehörten zu der
Gattung der "Elefantenfußgewächse". Ich habe in einem
"schlauen Buch" nachgesehen; auf lateinisch heißt diese
urtümliche Pflanze: Pachypodium geayi. Weiter ging's dann in
Richtung "Rote- Zebu-Schlucht" - war früher bei den Bara eine
Kultstätte, von diesem Volk stammt auch der Name her - einem
tiefen Einschnitt, wo es mehrere hundert Meter runter geht, aber auf
passablem Weg, teilweise wurden sogar Stufen gelegt. In den kleinen
Seitenschluchten mit kleinen Bächen wuchs üppiges Grün
und eine endemische Palmenart - Name leider nicht aufgeschrieben - mit
einem dünnen Stamm, ähnlich dem des Bambus und ganz feinen
grünen Blättern. Im Schatten der Schlucht ging es ca. 1
Stunde nur nach unten bis zu einem Zelt- und Picknickplatz unter
schattigen Bäumen. Nach einer kurzen Rast, wollte mir Zebu
unbedingt noch eine ca. 1 Km - wieder bergauf - weit weg liegende
"Cascade" zeigen. Obwohl schon etwas müde bin ich doch noch
mitgegangen. Es handelte sich auch um einen Einschnitt in die Berge mit
kleinem Wasserfall und natürlichem Becken. Ach ja, außer den
zwei schon genannten Vögeln, waren auch noch 3 Sifakas in ca. 200
Meter Entfernung zu sehen; ansonsten zu meinem Leidwesen, keine
weiteren Tiere. Anschließend zurück zum Parkplatz, wo Viktor
schon gewartet hatte. Nach gut einer halben Stunde Fahrt, Rückkehr
zum Hotel, gegen 17.45 Uhr. Ich brauche nicht extra betonen, dass die
kalte Dusche, welche nun folgte, eine besondere Wohltat war, nach der
"Hitzeschlacht" an diesem Nachmittag. Übrigens hatte ich
natürlich einen Sonnenbrand bekommen, aber es hielt sich doch
einigermaßen in Granzen.
Nach einem wohlschmeckenden Essen - natürlich zuerst Suppe und
dann eine Art gegrilltes "Schweinegeschnetzeltes" mit Gemüse und
zwei gut gekühlte Biere, die hatte ich mir redlich verdient - war
ich "Bettreif". Morgen gab's ja eine weitere Exkursion mit Zebu im
Isalogebirge.
15.10.2004 - 2. Tag - Isalo-Gebirge - Tour zur Ratten- und Affenschlucht
Bei herrlichem Wetter hat uns Viktor nach dem Frühstück
ca. 17 Km von Ranohira entfernt, - hier hatten wir meinen Führer
Zebu aufgenommen - auf einer äußerst holperigen Sandpiste zu
einem Parkplatz gefahren. Fahrtzeit ca. 40 Minuten, wo es dann zu
Fuß, zur sogenannten "Rattenschlucht" ging. Anfangs in praller
Sonne in einer Graslandschaft, dann aber in einem dicht bewachsenen
Wäldchen mit schönen Grünpflanzen, inzwischen war auch
ein kleiner Bachlauf zu sehen, zu einer schmalen Schlucht mit hohen
Felsen und einem davor liegenden größeren Wasserbecken,
dahinter ein kleiner Wasserfall, bewachsen mit filigranen Farnen und
Palmen. Ein wunderschöner Ort.
Weiter ging's den halben Weg zurück und dann nach der Querung
einer längeren grasbewachsenen ebenen Fläche zur sog.
"Affenschlucht" Die Flora zeigte gleich, wie in der "Rattenschlucht";
auch mit Wasserfall und einem größeren Wasserbecken in
herrlicher Gebirgslandschaft und vor allem richtig angenehm kühl.
Lt. Reiseführer sollte man bei "etwas Glück" hier Lemuren
sehen. Offensichtlich war das Glück nicht mit uns, weit und breit
keine Lemuren ; leider auch keine anderen Tiere. Insgesamt war das
Naturerlebnis aber schon sehr eindrucksvoll; die "kleine" Exkursion ist
auf jeden Fall zu empfehlen. Anstrengend ist die ganze Sache nicht; es
war zumindest für mich , eine gemütliche Wanderung. Nach
einer wiederum ca. 45minütigen Rückfahrt mit Viktor, Ankunft
im Hotel gegen 11.45 Uhr.
Eigentlich hatte Viktor vorgesehen, am Abend noch zu der bizarren Felsformation "Fenetre" (Das Fenster) zu fahren. Die Formation zeigt ein überdimensionales Gesicht mit riesiger Nase und daneben ein Felsloch, in welchem die Sonne beim Untergang durchscheint, also ein klassisches Fotomotiv. Nachdem sich aber am Nachmittag eine Wolkenbank immer mehr aufgetürmt hatte und nicht zu erwarten war, dass sich diese bis zum Abend verziehen wird - war dann auch so - haben wir verzichtet, zumal, wenn ich dies richtig verstanden habe, mindestens 20 Km Fahrtstrecke vor uns gelegen hätte. Abgesehen davon, wenn ich unbedingt hingewollt hätte, Viktor wäre natürlich sofort gefahren.
So haben wir am Nachmittag, das etwa 20 Km entfernt gelegene volkskundliche Museum besucht und dann noch das in der Nähe liegende Hotel "Relais de la Reine". Eine zwischen den Felsen des Isalo - Gebirges gelegene Anlage, äußerst geschmackvoll gebaut und einer sehr gepflegten Grünanlage mit Palmen und anderen schönen Pflanzen unter französischer Führung.
Nach unserer Rückkehr gegen 17.00 Uhr, die Wolken wurden immer dichter und am Horizont konnte man schon Blitze eines Gewitters sehen - was dann doch nicht zu uns gekommen ist - habe ich in dem etwas starken Wind versucht, ein von mir schon mittags entdecktes Chamäleon, im Hoteleigenen Garten zu fotografieren. Es war auch wieder ein Beigefarbenes, mit schwarzen Querstrichen. Wie schon in Ambalavao, auch dieses wollte sich partout nicht fotografieren lassen. Entweder es lief weg oder versteckte sich hinter Blättern. Dann eben nicht und so mussten zum Fotografieren, zwei "Gottesanbeterinnen" herhalten, welche ich auch in diesem Strauch entdeckt hatte.
Berichten muß ich unbedingt, dass es kurz nachdem ich geduscht hatte, an meiner Bungalowtür geklopft hatte. Vor der Tür stand die Dame von der Rezeption und hatte die Speisekarte für den Abend dabei. Sie bat mich, doch die Speisen für den Abend schon rauszusuchen und die Zeit meines Kommens zu sagen. Hintergrund sei, dass eine größere japanische Reisegruppe käme und damit ich nicht auf mein Essen warten müsste, wäre sie gekommen, um meine Essenswünsche in der Küche schon vorzubestellen. Ich kann nur sagen, das ist ein Service, hierzulande sollte man sich ein Beispiel nehmen. Übrigens der von mir bestellte, gegrillte Thunfisch mit Reis, vorher eine wohlschmeckende Kartoffelsuppe und danach Früchtecocktail, war ausgezeichnet.
16.10.2004 - Fahrt zur Hafenstadt Tulear an der Westküste
Heute fahren wir über Sakaraha zur Hafenstadt Tulear an der
Westküste von Madagaskar, Fahrtstrecke ca. 230 Km. Nachdem wir das
Isalo - Gebirge nach ca. 20 Km hinter uns gelassen hatten - auf
kilometerweiter, schnurgerader, aber guter Teerstraße - über
ein palmenbewachsenes Plateau, ging es kilometerweit über ein
savannenartiges Gelände mit Tafelbergen am Horizont. Hier waren
dann auch nach ca. 40 Km die ersten Baobabbäume zu sehen. An der
erst seit einigen Jahren entstandenen "Saphirgräberstadt" Ilakaka
vorbei - bei der Durchfahrt waren "Gestalten" übelster Sorte zu
sehen; übrigens kurz vor meinem Abflug nach Madagaskar kam ein
TV-Bericht über diese Stadt und die Zustände, wie früher
im Wilden Westen, auch Viktor war es nicht ganz geheuer - erschien dann
kurze Zeit später die Stadt Sakaraha mit Rumbrennereien (aus
Zuckerrohr) ausgedehnten Baumwollfeldern (Ernte etwa Januar/Februar)
und ausgedehnten Mangobaumplantagen.
Nach einigen Kilometern tauchen dann wie aus dem Nichts eine
größere Anzahl von mächtigen Baobabbäumen auf;
dazwischen armselige Holzhütten, mit Gras bedeckt. Leider ohne
Sonne, aber es sind mir trotzdem gute Aufnahmen gelungen, von diesen
mächtigen und eindrucksvollen Bäumen, wie aus der Urzeit.
Nach ausgiebigem Fotografieren im mit roter Erde bedeckten
Gelände, bemerkte ich bei Viktor und seinem Pkw, dass er von einer
Schar von mindestens 30 Kindern umringt war und, dass er Mühe
hatte, diese bei der Ausgabe meiner Bonbons "abzuwehren". Viktor meinte
nun, nachdem von allen Seiten weitere Kinder hinzugesprungen kamen,
dass es jetzt höchste Zeit wäre, weiterzufahren. Fluchtartig
sind wir dann abgefahren. Beiderseits der Straße waren dann auch
die bunt- und teilweise grotesk bemahlten sogenannten Mahafaly -
Gräber zu sehen.
Nach weiteren zig Kilometern an rauchenden Köhlerdörfern
vorbei - die Landschaft wurde immer kahler und steiniger - tat sich
dann ca. 70 Kilometer vor Tulear in diesem Trockengebiet ein mehrere
Meter hoher und undurchdringlicher Dornenwald beiderseits der nunmehr
schnurgeraden Straße, auf. Von weitem war schon der Tafelberg,
"La Table" zu sehen.
Etwa 17 Km vor Tulear fuhren wir dann eine kurze Sandstraße -
links ab von der RN 7; rechter Hand lieg der Tafelberg - zum sog.
"Arboretum" einem privaten Naturreservat. Hier wurden von dem
inzwischen verstorbenen Schweizer Forscher Petignat, etwa 950 von
teilweise noch nicht registrierten, exotischen Pflanzen aus dem
trockenen Südwesten von Madagaskar angepflanzt, um ihre Art zu
retten. Auch er befürchtet, dass der Südwesten in nicht allzu
langer Zeit einer Wüste gleichen wird und zwar durch Brandrodung.
Es war mir leider nicht möglich - schon wegen fehlender
Übersetzung in's deutsche - der sich absolut Mühe gebenden
Führerin, mir die Namen der einzelnen Pflanzen einigermaßen
vom lateinischen in's englische zu übersetzen, um diese im
Gedächtnis behalten zu können. Es war auf jeden Fall eine
Vielzahl von den außergewöhnlichsten Pflanzen und
Bäumen, die ich jemals gesehen habe. Außerordentlich
beeindruckend, sollte man als Naturliebhaber unbedingt gesehen haben.
Nach der ca. 1 1/2stündigen Führung ging es weiter nach
Tulear - vorher fuhren wir noch zum fast an der Straße liegenden
Flughafen, um meine Tickets für den Flug nach Fort Dauphin
bestätigen zu lassen - zum Hotel "Paletuvier", direkt an der
Meeresbucht. Der Himmel war leider total bedeckt und es herrschte eine
hohe Luftfeuchtigkeit. Wieder bekam ich einen kleinen gemauerten
Bungalow, sehr gemütlich eingerichtet. Ankunft in Tulear, 14.20
Uhr.
Um 16.00 Uhr hat Viktor mit mir noch eine "Stadtrundfahrt" gemacht, die
allerdings nach einer halben Stunde zu Ende war; in dieser doch etwas
trostlosen Stadt gab es nämlich nichts zu sehen. Auch Viktor
ließ mir gegenüber erkennen, dass auch ihm diese Stadt nicht
gefällt. Schon im Isalo - Gebirge hat er mir gesagt, dass er
versuchen wird, mit Lala in Tana zu telefonieren, ob
Einverständnis besteht, dass wir am nächsten Tag - es waren
zwei Tage Aufenthalt in Tulear geplant - in ein Hotel zum Badeort
Ifaty, ca. 25 Km nördlich von Tulear, gehen könnten. Lala
hatte ihr OK gegeben, nachdem es Viktor gelungen war, den zweiten Tag
im Hotel "Paletuvier" zu stornieren. Wie sich am nächsten Tag
herausgestellt hatte, war dies wieder ein sehr gute Idee von Viktor.
Wie ich später von Lala erzählt bekommen hatte, wäre
Ifaty deshalb von ihr nicht eingeplant gewesen, da die Sandpiste
dorthin bei Regen absolut unpassierbar sei.
Nach einem, wiederum sehr guten Essen, im Restaurant "L' Estelle" und der Rückkehr zum Bungalow bei leichtem Regen und dem vergeblichen Versuch, einige an der Hauswand rumlaufenden durchsichtigen, beigen Geckos mit großen schwarzen Augen zu fotografieren, habe ich es dann vorgezogen, doch in's Bett zu gehen.
17.10.2004 - Fahrt von Tulear zum Badeort Ifaty
Bei herrlichem Wetter und tiefblauem Himmel geht es um 07.30 Uhr, ca. 25 Km nördlich von Tulear zum Badeort Ifaty an der Straße von Mozambique. Direkt am Meer entlang auf einer Sandpiste mit hunderten von Schlaglöchern geht es an Fischerdörfern vorbei und rechter Hand einem "Trockenwald" mit riesigen Kakteen und Dornenbüschen. Während der gesamten Fahrt wurden wird "begleitet" von einer Vielzahl von großen und wunderschön, farbigen Schmetterlingen und Vögel, in den buntesten Farben. Einer der Vögel war mir namentlich bekannt; es waren die herrlich bunten Bienenfresser. Eine derart große Anzahl von diesen Tieren habe ich während der gesamten Reise in Madagaskar nie wieder gesehen. Vögel und Schmetterlinge waren während meiner Aufenthalte in den Reservaten und auch während der Fahrt, eher die Ausnahme. An der Küstenlinie waren ausgedehnte Mangrovenwälder zu sehen; angeblich einer der wenigen noch intakten Mangrovenwälder von Madagaskar.
Ankunft um 09.00 Uhr bei der traumhaft gelegenen Hotelanlage "Vovo Telo", direkt am weißen Sandstrand. Der Hotelgarten war mit großen Palmen bewachsen, rechts und links davon kleine Bungalowhäuschen aus Holz, bedeckt mit Palmblättern. Ich bekam eines direkt am Strand, mit Blick auf das herrlich türkisblaue Wasser. Ich kann nur sagen, ein Traum. Während ich mich noch etwas häuslich eingerichtet hatte, arrangierte Viktor schon eine 2stündige Fahrt mit einer Piroge (Auslegerboot). Vorher war aber ausgiebiges Schwimmen im herrlich warmen Wasser angesagt. Da ein ausgedehntes Riff dem Strand vorgelagert ist - man kann weit in das Meer hinauslaufen - ist hier keinerlei Gefahr vor Haien.
Anschließend dann eine tolle Fahrt mit der Piroge, weit auf das offene und tiefblaue Meer hinaus. Diese Dinger bekommen eine ganz schöne Fahrt. Bei meiner Rückkehr hat mir zwar der Rücken etwas geschmerzt, der Sitz war ca. 15 cm breit, aber sonst absolut ein Erlebnis. Bei meiner Rückkehr hat mir Viktor dann eröffnet, dass er für 15.30 Uhr einen Führer (Daniel heißt er) besorgt hat, für eine Führung durch den nur ca. 500 Meter vom Strand entfernten "Trockenwald".
Diese ca. 1 ½ stündige Exkursion war absolut sehenswert. Riesige Baobabs in größerer Anzahl mit unzähligen Nestern von Webervögeln, Flaschen und Fassbäume, sowie "Schlangenkakteen", die eigentlich keine Kakteen sind, mit kleinen grünen Blättchen zwischen den Dornen und dies alles in immenser Größe. Als Vordergrund knallrote Erde und Hintergrund nun am Nachmittag, blauer Himmel mit riesigen Kumuluswolken. Wer Fotograf ist, weiß was ich damit sagen will. Fotomotive, praktisch ohne Ende. Obwohl der Schweiß in Strömen floß, ein absolut traumhaftes Erlebnis; Viktor sei Dank.
Als krönender Abschluß an diesem Tag ein Sonnenuntergang um 18.10 Uhr, "wie gemahlen".
Dies wieder für Fotografen: Vordergrund Palmen und Auslegerboote
welche im Wasser vorüberzogen und im Hintergrund, die tiefrote
Sonne, Fotografenherz, was willst du mehr! Übrigens habe ich - was
mit meiner Kamera möglich ist - eine Mehrfachaufnahme gemacht.
Zuerst mit meinem 28er Weitwinkel den Vordergrund und dann mit meinem
500er Tele die große Sonne dazu gesetzt, gigantisch.
Am Abend habe ich dann mal eine Pizza, vegetarisch mit
Meeresfrüchten bestellt. Ich kann nur sagen, die Italiener
könnten dies nicht besser machen; einfach hervorragend. Nach zwei
gut gekühlten Bieren zusammen mit Viktor, auf der Veranda des
Restaurants, bei angenehmen Temperaturen, klang ein wunderschöner
Tag aus. Nochmals Dank an Viktor, dass er diese Fahrt arrangiert hatte.
18.10.2004 - Fahrt zurück nach Tulear und Flug nach Fort Dauphin
Heute geht es zurück nach Tulear zum Flughafen und Flug nach
Taolagnaro, besser bekannt unter: Fort Dauphin, fast am
süd/östlichsten Ende von Madagaskar. Nach einem erfrischenden
Bad im Meer - nach wie vor herrliches Wetter - Abfahrt in Ifaty um
11.00 Uhr, Ankunft in Tulear um 12.00 Uhr. Begleitet wurden wir
während der gesamten Fahrt an der Küste entlang, wieder von
bunten Vögeln und Schmetterlingen. Nach einer kleinen Besorgung in
der Stadt, ging's zum nahen Flughafen. Nach einer herzlichen
Verabschiedung von Viktor - er war sichtlich traurig, mir ging es genau
so, er war mir nämlich sehr ans Herz gewachsen durch seine Art
alles bestens zu organisieren und "nebenbei "mich auch noch stundenlang
mit dem Pkw zu chauffieren - ging es ins Gebäude, wo momentan
warten angesagt war. Nach einem kleinen Essen im dortigen Lokal, wurde
der Schalter zum einchecken um 13.00 Uhr geöffnet.
Nachdem ich mein Gepäck abgegeben hatte, füllte sich der Raum
binnen kürzester Zeit, so dass sich eine lange Schlange bildete.
Nachdem die Landung des Flugzeuges durch eine Sirene angekündigt
worden war, folgte auch kurze Zeit später dieses selbst. Nach dem
Einsteigen um 14.15 Uhr, erfolgte der Start pünktlich um 14.30
Uhr, bei vollbesetzter Maschine, (Boeing 737). Nach einem schönen
Flug mit herrlichen Kumuluswolken, erfolgte die Landung in Fort Dauphin
auf einen kleinen Flugplatz um 15.15 Uhr. In dem offenen kleinen
Ankunftsgebäude, warten auf das Gepäck, welches direkt vom
Wagen den Passgieren übergeben wird. Nachdem dies etwas dauerte,
sah ich mich um und konnte hinten auf der offenen Rückseite
mehrere Personen stehen sehen. Bei näheren Hinsehen, erkannte ich
jemanden, welcher auf einem Schild meinen Namen hochhielt. Der Mann gab
sich als Bediensteter des Hotels "Kaleta" zu erkennen und sollte mich
abholen. Obwohl dies eigentlich nicht vorgesehen war - ich war vier
Tage alleine in Fort Dauphin - hatte Lala dies von Tana aus arrangiert.
Ab sofort musste ich mich um nichts mehr kümmern, nachdem ich dem
freundlichen Menschen meinen Seesack auf dem Gepäckwagen gezeigt
hatte. In einem Taxi ging es in ca. 20minütiger Fahrt - bei
herrlichem Wetter - zum Hotel "Kaleta", direkt am Hafen. Im relativ
großen Hotel, offensichtlich im Kolonialbaustil, mit großem
Innenhof und Laubengängen, bekam ich ein Zimmer, welches man
"Tanzsaal" nennen konnte. Bei einer Länge von mind. 15 Meter, ca.
6 Meter Breite und einer Höhe, von bestimmt 4 Meter und nochmals
mehrere Meter überdachten Balkon mit "Bogenfenster" hatte ich von
hier einen wunderbaren Blick auf die große Bucht mit dahinter
aufsteigenden Bergen und direkt hinter der Stadt, überragt von der
Spitze des "Pic St. Louis. Lediglich die direkt darunter liegende
Hafenmole, mit den verrosteten Kränen und Containern, störte
den schönen Blick etwas.
Mit dem Taxifahrer hatte ich für Morgen bereits die Fahrt zu dem
etwa 7 Km entfernt liegenden Privat-Reservat "Nahampoana" vereinbart.
Einen Prospekt darüber hatte ich bereits von Lala mitbekommen.
Soll angeblich sehr schön sein, wie sich herausstellte, war dies
bei weitem untertrieben.
Da ich unbedingt am 2. Tag das teure, aber was Tiere anbetrifft, sehenswerte Privat-Reservat
" Berenty" über 100 Km entfernt, besuchen wollte, habe ich mich
sofort nach meiner Ankunft zu Fuß aufgemacht, um das nahe
gelegene Hotel "Le Dauphin" (wird von franz. Besitzer des Berenty -
Parks betrieben) aufzusuchen. Wie mir Lala sagte, wäre es von hier
aus evtl. möglich eine Mitfahrt zu erlangen; auf jeden Fall sollte
hier der Eintritt mit Führer gebucht werden.
Nachdem ich ihm verständlich gemacht hatte, was ich will,
blätterte der junge Mann vom Hotel minutenlang in einem
großen Buch und schüttelte immerwährend mit dem Kopf.
Nachdem ich herausgefunden hatte, dass er nur ein paar Worte Englisch
sprach, ging ich zur Empfangsdame an der Rezeption Diese erklärte
mir, dass der Berenty - Park mit Touristen voll wäre und, dass z.
Zt. keine Möglichkeit besteht auch nur eine Person "reinzulassen"
zur Besichtigung; angeblich wären auch keine Führer vorhanden
Nachdem sämtliche Versuche fehlschlugen, die Dame umzustimmen,
musste ich total enttäuscht zurück. Wenigstens haben mir eine
Gruppe Schulkinder meine Stimmung wieder etwas gehoben, nachdem sie mit
großer Freude eine handvoll Kugelschreiber von mir erhalten
hatten. Zum Dank bekam ich ein wunderschönes Lied gesungen. Lala
hat mir übrigens später erzählt, dass dies nicht richtig
sei, was man mir gesagt hatte; Hintergrund wäre, dass ich kein
Gast des Hotels "Le Dauphin" war!
Vorsichtshalber habe ich bei meiner Rückkehr schon bei meinem Taxifahrer angefragt, ob er mich zum etwa 60 Km entfernt gelegenen Nationalpark "Andohahela" fahren würde. Kein Problem, wäre dies.
Auf diesen "Schreck" musste ich erst mal an der Hotelbar ein Bier
trinken und dabei habe ich mich mit "Jean" der auch das Restaurant
"befehligte" bestens unterhalten und nach einem gegrillten Zebusteak
und vorher einer chinesischen Suppe, war es dann doch ein
versöhnlicher" Abschluß des Tages, nachdem ich auch wieder
festgestellt hatte, dass ich hier wiederum bestens betreut werde.
Ü brigens das Privat-Reservat "Kaleta", (Betreiber vom
gleichnamigen Hotel in Fort Dauphin) direkt neben "Berenty" gelegen,
ist seit einigen Jahren geschlossen. Wie ich am nächsten Tag von
meinem Führer erfahren hatte, soll es
Grundstückstreitigkeiten mit Nachbarn (den Betreibern des Berenty
Parks) gegeben haben, deshalb die Schließung.
19.10.2004 - Fahrt zum Privatpark Nahampoana
Um 08.15 Uhr Abfahrt - wiederum bei herrlichem Wetter, ohne jegliche
Wolke am Himmel, zum etwa 7 Km entfernten, Privatpark "Nahampoana". Auf
einer ziemlich holprigen Piste ging's an zwei wunderschön
gelegenen Binnenseen vorbei, an Dörfern und immer mit Blick auf
die dahinterliegende Bergkette und zumindest bis zum Fuße dieser
hin, doch noch ziemlich dicht bewaldet. Trotzdem, dass man etwas
"durchgeschüttelt" wird, eine schöne Fahrt, über ca. 30
Minuten. Am Eingang des Parks, hatte sich mir dann "Gauthier" als einer
der Führer bekannt gemacht, mit sogar einigen Worten
Deutschkenntnissen. Auf einer ca. 300 Meter langen Palmengesäumten
"Auffahrt", ging es zur auf einer Anhöhe gelegenen Lodge, inmitten
eines Parks mit uralten Laubbaumbeständen, verschiedenster
Palmenarten und bepflanzt mit leuchtenden Blumenbüschen, in jeder
nur erdenklicher Farbe.
An einem Gehege mit zig. vom Aussterben bedrohten
Strahlenschildkröten vorbei, ging es zu einem Krokodilbassin,
vorbei an riesigen Bambusbäumen und den sehr schönen alten
und mit ausladender Krone versehenen Lycheebäumen, welche hier in
großer Anzahl vorhanden sind. Hier konnten wir in diesen
Bäumen schon jeweils eine größere Anzahl von Sifakas
und Kattas mit Jungen auf dem Rücken, in kürzester Entfernung
beobachten. Nachdem wir momentan keine Bananen dabei hatten, war es
nicht möglich, sie auf den Boden runter zu holen. Gauthier sagte,
dies werden wir später, nach dem Rundgang durch den Park
nachholen.
Im weiteren Verlauf des Rundganges, durch diesen sehenswerten Park,
erblickten wir mehrere bunte Kuckuck und wieder zwei
farbenprächtige Wiedehopfe. Komischerweise waren hier keinerlei
Schmetterlinge zu sehen. Nach einem vergeblichen Versuch einen
smaragdgrünen, mit roten Punkten auf dem Rücken versehenen,
ca. 20 cm langen Gecko zu fotografieren, führte mich Gauthier zu
einem größeren Gehege, wo sich ein ca. 35 cm langer,
grün/gelber und mit kleinen blauen Punkten versehenes
Chamäleon saß. Dieses Tierchen ließ sich mit stoischer
Ruhe ausgiebig mit Macroobjektiv fotografieren Ein absoluter Spaß
war, wie Gauthier dem Chamäleon selbst gefangenen Hauschrecken in
ca. 30 cm Entfernung hinhielt. Das muß man gesehen haben;
zielsicher und blitzschnell hatte das Chamäleon die Heuschrecke im
Maul.
Nach einer ca. 20minütigen Fahrt auf einem ca. 4 Meter breiten
Bach mit Dschungelartigem" dichten Bewuchs, u.a. auch der riesigen
Sumpfpflanzen der "Elefantenohren" und Sichtung einiger kleinerer
Warane, die allerdings sofort das Weite suchten, ging es zum Eingang
des Parks, wo wir bei einem dortgen Bauern Bananen kauften.
Kaum waren wir bei den Lycheebäumen angelangt und nach Rufen von
Gauthier, "Maki, Maki", raschelte es schon im Blätterwerk und es
waren auch gleich mindesten 15 Sifakas zu sehen, welche uns momentan
aus kurzer Entfernung lediglich beobachteten. Kaum hatte Gauthier eine
Banane gezeigt, waren diese dann sofort auf dem Boden und es war dann
kein Problem, diese auch ins Freie - also in die Sonne - zum
fotografieren zu locken Es war eine Freude, diese wunderschönen
Tiere mit weißem Fell und braunem Kopfhaar, Auge in Auge zu
sehen. Natürlich waren auch die bei den Sifakas so bekannten
weiten Sprünge zu sehen, welche in aufrechter und seitlicher
Körperhaltung ausgeführt werden. Nachdem diese "Tierchen"
immerhin mehr als Dreimetersprünge veranstalten, war es
äußerst schwierig, sie im Sprunge zu fotografieren, obwohl
sich Gauthier mit seinen Bananen alle Mühe gab, mir zu Fotos zu
verhelfen. Aber einige gute und "scharfe" Fotos sind mir trotzdem
gelungen; Dank der Geduld von Gauthier. Ein einzelner brauner Maki, mit
orangeroten Backen, hatte offensichtlich angesichts der Sifaka
Übermacht nicht den Mut direkt zu uns herzukommen; er hielt sich
immer in einigen Metern Entfernung auf, obwohl ihm anzusehen war, dass
auch er gerne Bananen gefressen hätte. Zu schönen Fotos hatte
es aber allemal gereicht.
Nach einigen Minuten, wir gingen gerade durch dichten Lycheewald,
wieder die Maki - Rufe von Gauthier. Plötzlich - ich hätte
sie nie bemerkt - sprangen mindesten 20 Kattas von den Bäumen und
standen - fast alle mit lieb aussehenden Jungen auf den Rücken -
um uns herum. Die Bananen bei Gauthier gesichtet, waren sofort zwei
Kattas auf seinen Schulten und dann waren sie auch gleich bei mir und
haben mir die Banane ohne jegliche Hast aus der Hand gefressen. Wer
dies auch immer liest, Leute ich kann Euch sagen, es war traumhaft,
diese lieben und äußerst freundlichen Tiere mit ihrem
samtweichen Fell neben sich am Hals zu spüren und dann noch die
Kleinen auf dem Rücken, mit ihren netten Gesichtern! Gauthier
musste mich natürlich ausgiebig fotografieren und, wie sich
gezeigt hatte, sind fast alle sehr gut geworden.
Nach diesem wunderschönen Rundgang, es ist nun sehr heiß
geworden und Gauthier sagte mir , dass sich die Makis bis zum
Nachmittag in die Bäume zurückziehen werden und kaum mehr
runterzulocken wären - kein Wunder auch ich war inzwischen
schweißgebadet - gingen wir nun zu der schattigen Lodge mit
Veranda und herrlichem Ausblick auf die schöne Anlage, um Mittag
zu essen, was wiederum ausgezeichnet geschmeckt hatte. Gemüsesuppe
und dann Zebuspieß gegrillt mit Reis.
Ü brigens musste ich für Gauthier während unseres
Rundganges sämtliche Tiere und bestimmte Pflanzenarten in's
Deutsche übersetzen und in seinem Notizbuch aufschreiben, dahinter
schrieb er die Namen in französisch dazu. Dies würde er
benötigen, um Deutschen Touristen die Namen genau sagen zu
können. Das habe ich doch gerne gemacht.
Rückfahrt war dann gegen 14.30 Uhr, wobei ich mit Gauthier
vereinbart hatte, morgen wiederzukommen und zwar auf Anraten von ihm
schon etwas früher, wegen der Makis, die morgens besser ins Freie,
also in die Sonne zu bringen sind.
Während der Fahrt haben sich dann noch etliche Fotomotive ergeben,
mächtige Zebus vor dem braunen Wasser der Binnenseen, Jungen die
auf einer Stange Bündel mit getrockneten und geflochtenen
Palmblättern zum Decken von Dächern trugen und ebenso welche,
die jeweils zwei ca. 150 cm lange Thunfische trugen. Dies alles mit
Hintergrund der Bergkulisse und nunmehr herrlichen Kumuluswolken.
Nach ausgiebigem Duschen - bei dieser Hitze natürlich eiskalt -
habe ich mir bei Jean ein Bier genehmigt und dann eine Karte im nahen
Postamt aufgegeben. Übrigens die Post nach Deutschland, dauerte 3
Wochen. Nach einem kleinen Rundgang am Spätnachmittag an der Bucht
und einigen Fotos bei untergehender Sonne - übrigens das dem Hotel
gegenüberliegende Fort auf einem Felsvorsprung ist vom
Militär besetzt und darf nicht betreten werden; es hätten
sich von dort schöne Aufnahmen machen lassen - war Abendessen
angesagt. Tomatensalat, Chinasuppe und Zebusteak wiederum vom Feinsten.
Nach einem Plausch mit Jean ging"s dann nach einem super Tag schlafen.
Übrigens während des Essens hat ein Madagasse, mit seinem
Handy fast ohne Unterbrechung 1 ½ Stunden telefoniert und
dies in einer ziemlichen Lautstärke. Jean sagte mir später,
dies wäre einem dem Volk der Pakistani angehörender
Madagasse, welcher die im Dezember reif werdenden Lychee in der
Umgebung ordert und diese nach Europa weiterverkauft.
20.10.2004 - 2. Tag in Fort Dauphin - nochmals Nahampoana
Abfahrt heute um 07.30 Uhr mit Vivian, Bruder des Gauthier mit Jeep.
Nach dem Kauf von Bananen bei herrlichem Wetter, allerdings schon mit
leichten Wolken nach Nahampoana
Gauthier hat mich schon bei der Lodge erwartet. Gleich dahinter bei
großen Lycheebäumen und nach kurzem Rufen, war
augenblicklich eine Herde mit ca. 25 Kattas, fast alle mit Jungen, da.
Nachdem diese ausgiebig mit Bananen gefüttert waren;
natürlich waren sie auch wieder auf unseren Schultern gesessen;
zeigten sich vereinzelt einige braune Lemuren. Nachdem sich die Kattas
zurückgezogen hatten, erschienen dann plötzlich mindestens 10
dieser Tiere.
Obwohl nicht ganz so zutraulich, ließen sich auch diese sehr
schön aussehenden Lemuren per Hand füttern und sie blieben
auch nur ein oder zwei Meter weg sitzen, so dass mir sehr schöne
Aufnahmen gelungen sind.
Nur wenig weiter saßen eine ganze Herde mit ca. 15 Sifakas in den
Bäumen. Nach kurzer "Ansprache" durch Gauthier, waren sie schon
vor uns in der Sonne. Jetzt haben Gauthier - er durch Anlocken und ich
mit viel Geduld - nochmals versucht, die Sifakas im Sprunge zu
fotografieren. Es sind mir trotz kreuz- und querspringen der Sifakas,
doch wieder einige gute Aufnahmen gelungen; natürlich auch solche,
wo sie aus der Hand von Gauthier Bananen fressen und wie sie sich mit
ausgebreiteten Armen sonnen. Es war eine Freude diese schönen
Geschöpfe praktisch Aug' in Aug' zu beobachten, ohne, dass diese
die geringste Furcht zeigten. Im Gegenteil, ich meine, dass auch sie
dies genossen - natürlich nicht ohne dem Hintergedanken an
Fressen, sprich "günstig" an Bananen zu gelangen - mit Menschen,
welche ihnen nichts Böses anhaben wollen, zusammen zu sein.
Im Übrigen möchte ich hier an dieser Stelle bemerken, dass
dieser Privatpark offenes Gelände ist und die darin lebenden Tiere
nicht in einer Art Gehege leben. Sie können sich frei bewegen,
wobei sie umherwandern können; wohin sie wollen, bis in die in
mehrere Kilometer entfernten Berge.
Obwohl bei der "Batterieprüfung" meiner Kamera am Morgen, diese
noch volle Akkus angezeigt hatte, bemerkte ich zu meiner großen
Verärgerung, dass die Batterien nunmehr leer waren und nur noch
bedingt, Fotos zuließen und das inmitten von zig. Sifakas und
braunen Lemuren. Mit Gauthier habe ich dann vereinbart, dass ich nach
dem Essen in der Lodge - hervorragender Zebuspieß, gegrillt -
nach Fort Dauphin zurückfahre und am Nachmittag, beste Zeit
wäre 15.00Uhr, da sind alle Makis wieder da, meinte Gauthier,
zurückkommen werde.
Bereits während der Rückfahrt, bemerkte ich über den
Bergen dichte dunkle Wolken und innerhalb einer Stunde , etwa um 14.30
Uhr, war der Himmel total "zugezogen". Nachdem ich im Bereich von
Nahampoana noch einige "helle Flecke" sah, habe ich mich trotzdem
entschlossen, mit Vivien nochmals zum Park zu fahren. Gauthier war
nicht da, es konnte mir auch niemand sagen, oder habe ich dies nicht
verstanden, dass er inzwischen eine Gruppe im Park führt. Nachdem
keinerlei Sonne mehr war und die Wolken immer dichter wurden, habe ich
mich entschlossen zurückzufahren. Beim Verlassen des Parks habe
ich Gauthier noch angetroffen und er sagte mir, ich solle noch eine
Stunde warten, dann wäre er für mich frei; im Übrigen
währen sämtliche Lemuren zu sehen. Verärgert über
mich selbst, wegen der "Nichtmitnahme" einer neuen Batterie, welche ich
im Hotel hatte und auch dem jetzt immer schlechter werden Wetter
gegenüber, bin ich dann wieder zurückgefahren, was Gauthier
sehr bedauerte, aber Verständnis zeigte.
Kurz nach meiner Rückkehr zum Hotel, hat es dann auch gegen 18.00
Uhrleicht zu regnen angefangen. Beim Abendessen, immer noch
ärgerlich über mich, hat mich dann aber doch das
vorzügliche Essen - gegrillter Thunfisch mit Reis und vorher die
vorzügliche Chinasuppe - und eine angenehme Unterhaltung mit Jean,
etwas versöhnt. Bei immer stärker werdendem Regen, habe ich
mich dann frühzeitig zu Bett begeben.
21.10.2004 - Flug von Fort Dauphin über Tulear, nach Tana
Nach einem starken Wind während der Nacht und Regen, sah das
Wetter am Morgen ziemlich trostlos aus. Keine Berge waren zu sehen,
Wolken bis zum Boden und weiterhin Regen.
Mein Transfer zum Flugplatz war schon seit Gestern an einer Tafel bei
der Rezeption angeschrieben und zwar um 11.45 Uhr. Mit dem hoteleigenen
Bus wurde ich in kurzer Fahrt, bei jetzt strömendem Regen zum
Flugplatz gebracht. Der Bedienstete vom Hotel hat für mich mein
Gepäck eingecheckt - das ist ein echter Service, aber dies hat
mich inzwischen in Madagaskar nicht mehr überrascht, nur immer
wieder angenehm - und dabei sagte er mir bei seiner Rückkehr, ich
solle mit meinem Ticket an einem Geschäft im Aufenthaltsraum, von
Air Madagaskar aus, mir ein belegtes Brötchen und ein Getränk
meiner Wahl abholen. Ein schöner "Zug" von Air Madagaskar.
Wiederum mit Sirene wurde die Ankunft des Fliegers angekündigt.
Pünktlich um 12.50 Uhr erfolgte die Landung und nach dem
Einsteigen um 13.10 Uhr, erfolgte, auch wieder pünktlich, der
Start um 13.25 Uhr, bei etwa knapp der Hälfte der belegten
Plätze. Der Flug ging zuerst mit Zwischenlandung dort nach
Tulear., nach 45minütigem Flug Landung bei herrlichem Wetter. Nach
Zusteigen von Passagieren - jetzt waren nur noch wenige Plätze
frei - war der Start dann um 14.45 Uhr, nach Tana.
Nach einem wunderschönen Flug mit Blick auf die darunter liegende
Landschaft mit ihrer roten Erde und verschiedenen Landschaftsformen und
den darüber liegenden mächtigen Kumuluswolken, erfolgte die
Landung nach einem 1stündigen Flug, um 15.45 Uhr in Tana bei
ziemlich bedecktem Himmel.
Lala war schon da und hat mich am Ausgang abgeholt. Bei der
Rückfahrt zum Hotel "Bellevue" im abendlichen Verkehrsstau, habe
ich ihr natürlich ausführlich erzählt und sie hatte sich
mit mir gefreut, dass es mir sehr gut gefallen hat und vor allem, dass
die von ihr organisierte Tour so sehr von mir "gelobt" worden ist. (Wie
sagt man: "Ehre, wem Ehre gebührt!"). Wie man unschwer aus meinem
bisherigen Reisebericht entnehmen kann, war es auch tatsächlich
so; eine bestens organisierte Tour, mit nicht den geringsten Problemen.
Nach gut einer Stunde Fahrt Ankunft im Hotel "Bellevue". Nach einem
guten Essen, dieses Mal "Ramazava", (Art Rindergulasch, mit Brühe
und würzigen Maniokblättern und versch. Gewürzen, dazu
Reis), vorher habe ich natürlich meine "Spezialsuppe" chinesisch,
gegessen; ging's nach einem angenehmen Gespräch mit einem
Stuttgarter, der schon früher öfter hier zu Besuch war, dann
in's Bett. Morgen steht nämlich die Fahrt zum "Perinet -
Naturreservat" an, Richtung Ostküste. Wie mir Lala schon bei
meiner Ankunft sagte, werde ich für diese vier Tage einen
deutschsprechenden Studenten der Uni Tana als Führer
("Praktikant") mit bekommen, damit dieser etwas "Erfahrung" sammeln
kann. Kein Problem mit mir, habe ich Lala gesagt, wir kommen schon
miteinander aus und ich kann gleich vorweg nehmen, es war dann auch so.
Übrigens heißt er Fernando.
22.10.2004 - Fahrt über Marozevo-Moramanga zum Perinet-Naturreservat
Heute geht die Fahrt über ca. 150 Km nach Andasibe, zu dem
dortigen Perinet Naturreservat. Abfahrt in Tana ist um 09.00 Uhr. Wie
schon gesagt, mein Führer ist die nächsten Tage, Fernando,
ein Student der Uni Tana. Fernando ist mir sofort sympathisch, ein
lustiger junger Mann, wir haben uns beide sofort gut verstanden und
während der Reise viel Spaß zusammen gehabt. Wie er mir
später eingestand, hatte er momentan schon ein bißchen
"Bammel", wie ich denn so sei, dies hätte sich aber sofort gelegt.
Immerhin war es seine erste "Touristenführung" alleine auf sich
gestellt. Fahrer war Haja mit dem Agentureigenen Kleinbus, der uns
bestens chauffiert hatte.
Durch den üblichen Stau hindurch in Tana, ging es dann zuerst
bergab und durch bergiges Gelände, teils durch kahle Hügel
mit Reisterassen und -leider - durch "aufgeforstete"
Eukalyptuswälder", dann immer aufwärts im Angavo - Massiv. Ab
hier sind dann Teile eines Regenwaldes erkennbar und nach "erklimmen"
des höchsten Punktes, geht es durch eine tiefe Schlucht mit
parallel verlaufendem schönem Gebirgsbach steil nach unten zum
Alaota - Graben. Dieser ca. 30minütige Abschnitt der Fahrt
gehört für mich zu den eindrucksvollsten landschaftlichen
Höhepunkten an diesem Tag. Bei einer kurzen Rast in dieser
Schlucht, auf halber Höhe, schon in der Abfahrt, hat man einen
tollen Ausblick auf die im Tal - beim Dorf Marozevo - liegenden
grünen Reisfelder und die umliegenden Berge und das noch bei
herrlichstem Wetter. Vor der letzten Linkskurve, bereits unten im Tal,
Eingangs des Dorfes Marozevo, befindet sich rechts das Privatreservat
von Peyreiras. Fahrtzeit von Tana 1 ½ Stunden.
Obwohl unscheinbar aussehend, doch sehr schön am Hang gelegen, war
es für mich eines der Highlights dieser Reise. Für mich als
Reptilienfreund war es das Schönste, welches ich jemals gesehen
habe. In einem großen Freigehege mit üppigem Strauchbewuchs
befanden sich Chamäleons von 15 cm bis 40 cm Größe. Von
plattnasigen bis zu solchen mit langem Nasenfortsatz und in jeglichen
erdenklichen Farben; über smaragdgrün, hellblau bis
orangerot, gestreift und in sämtlichen Farben "gesprenkelt". Da
war natürlich ausgiebiges Fotografieren mit meinem Macroobjektiv
und das teilweise im Schatten, mit meinem vorzüglichen
Nahblitzgerät der Fa. Novoflex, angesagt. Solche "Objekte"
"müssen" mit Macroobjektiv fotografiert werden, dass die Details
dieser wunderschönen Tiere auch richtig zur Geltung kommen. Ich
kann Ihnen sagen, mir sind super Aufnahmen gelungen. Dies kann
allerdings nur gelingen, wenn man Zeit hat und dies habe ich ausgiebig
als "Einzelperson" gehabt. Fernando und mein Führer des Reservats
haben einen Riesen Spaß an meiner "Fotografiererei" gehabt, wobei
ich - gegenüber den zwei Reisegruppen, welche auch eingetroffen
sind und lediglich "durchgeschleust" wurden - sogar das Privileg bekam,
überall wo ich wollte, zur Nahfotografie ins Gehege reingehen zu
dürfen, um nahe genug rangehen zu können. Weiter befanden
sich im Reservat, etliche Arten von Schlangen, von Boas bis zu
Bleistiftdünnen, mit Nadelspitzem Kopf, smaragdgrüne Geckos
mit roten Punkten, perfekt getarnte Plattschwanzgeckos, ca. 2 cm
große knallrote "Goldfröschchen", verschiedene Arten von
"Gottesanbeterinnen", getarnt als welkes Blatt, eine Anzahl
Flugfüchse, Krokodile und und und . Es waren lediglich keine
Schmetterlingen anzutreffen, hier soll auch der mit ca. 30 cm
Flügelspannweite Größte, der "Kometenschweif", zu sehen
sein. Wie mir der Führer sagte, wäre die "Schlüpfzeit"
noch nicht angebrochen.
Nach ausgiebigem 2 ½ stündigen Fotografieren, gab es dann auf dem auf einer Anhöhe liegenden Restaurant, mit herrlicher Aussicht, einen wohl schmecken Zebuspieß. Nach diesem einmaligen Erlebnis ging die Fahrt dann gegen 14.00 Uhr weiter. Für jeden, welcher hier vorbeikommt, kann ich nur dringend empfehlen, dieses herrliche Privatreservat zu besuchen und sich vor allem Zeit zu nehmen; es lohnt sich absolut.
Die Weiterfahrt ging durch eine hügelige Landschaft weiter mit
Föhrenwäldern und in deren Nischen überall eingebettet,
teilweise herrlich grüne Reisterassen und einem dann an der
Straße entlangführenden, relativ breiten Fluß, er
heißt: Mandraka. Die Landschaft wurde dann ziemlich eben mit den
"langweiligen" üblichen Eukalyptusbäumen bis zur Stadt
Moramanga.
Im Übrigen verläuft während der gesamten Fahrt parallel
zur Straße eine Schmalspurbahn, bis zur bedeutendsten Hafenstadt
von Madagaskar, Toamasina. Wie mir Lala sagte, sei der Personenverkehr
derzeit nicht möglich, da sämtliche Loks defekt seien. Ich
habe auch während der gesamten Fahrt nur einen Güterzug
gesehen. Aufgefallen ist mir auf dieser Straße, der sehr starke
Lkw-Verkehr. Fernando sagte mir, der starke Verkehr ist wegen der
Verbindung zu der Hafenstadt Toamasina und deren Bedeutung für den
Warenumschlag nach Tana.
Kurz nach 15.00 Uhr haben wird die Stadt Moramanga erreicht und nach ca. einer weiteren halbstündigen Fahrt die äußerst geschmackvoll mit Bungalowhäuser bebaute Hotelanlage "Feon 'ny Ala", was übersetzt bedeutet: "Stimme des Waldes". Direkt daneben, durch einen kleinen Bachlauf getrennt, beginnt schon der Regenwald des Reservates "Analamazaotra", deren Eingang lediglich gut einen Kilometer entfernt liegt. Während ich mich in meinem Einzelbungalow, welcher sehr sauber und gemütlich eingerichtet ist, schon mal häuslich niederlassen habe, ist Fernando zum nahen Reservat gefahren, um für morgen einen Führer zu arrangieren.
Bei einem sehr schönen Wetter habe ich noch einige Blumen der Anlage und natürlich diese selbst, dann beim Abendlicht fotografiert. Etwa 17.50 Uhr, ich habe mich mit Fernando in der Lodge zum Essen und Besprechen für den morgigen Tag verabredet, bemerkte ich bei der vor dem Eingang stehenden Ravenalapalme einen kleinen "Nachtmaki" - es dürfte ein Katzenmaki gewesen sein - der dort vom Personal reingesteckte Bananenstückchen fraß. Sofort habe ich natürlich meinen Foto mit Blitz und noch übrige Bananen geholt. Es war ein Riesen Spaß, wie sich das kleine Tier mit den großen Knopfaugen und seinen kleinen Fingern, an meinem Daumen festhielt und genussvoll die ihm hingehaltene Banane fraß, ohne jegliche Scheu. Vertrieben wurde von ihm jedoch sofort zwei Artgenossen, welche auch an dem "Mahl" teilhaben wollten. Mir sind wunderschöne Nahaufnahmen dieses possierlichen Tierchens gelungen; dafür musste unsere Besprechung und das Essen dann eben warten. Fernando hatte dafür vollstes Verständnis; auch ihm machte die ganze Sache großen Spaß und er hat natürlich assistiert, d.h. Bananen hingehalten, damit ich Nahaufnahmen machen konnte, nachdem er gesehen hatte, dass ich vorher "einhändig" fotografiert hatte. Fernando ist inzwischen ein richtiger "Fotofan" geworden!
Nach einem - natürlich guten - Essen, dieses Mal wieder "Ramazava" und einen mit Essig und Öl angemachten und gut gewürzten Tomatensalat mit geriebenem Ei- "ein Gedicht"- ging's nach einem kühlen Bier in's Bett. Ein wunderschöner smaragdgrüner Gecko mit roten Punkten im Zimmer, ließ sich leider nicht fotografieren; er versteckte sich immer hinter einem Balken. Na, dann eben nicht. Vorsichtshalber schloß ich heute das hier vorhandene Moskitonetz, wegen des nebenan liegenden Bachlaufes und des nahen Waldes. Ich muß hier aber gleich feststellen, während des ganzen Aufenthaltes hier - und übrigens auch sonst in Madagaskar - wurde ich von keinem einzigen Moskito belästigt.
23.10.2004 - Exkursion durch das Reservat Analamazaotra und Vakona
"Wecken" um 05.45 Uhr durch die Singschreie der Indris, direkt neben
der Hotelanlage; darum der Name: "Stimme des Waldes". Nach dem
Frühstück um 07.15 Uhr, bei etwas bewölktem Himmel,
Fahrt zum nahegelegenen (5 Minuten) Reservateingang von Analamazaotra.
Unser Führer Julien hat schon gewartet. Über durchaus ebenen
Weg ging es durch dichten Wald, mit parallel verlaufenden Bachlauf,
imposanten Palmfarnen, riesigen Sumpfpflanzen und
"schwertblättrigen" - wie Sisal aussehend, jedoch ohne seitliche
Dornen - fünf Meter hohen Pflanzen ( Pandanus, heißen
sie)und zig andere gigantische Schlingpflanzen und viele, welche auch
hier in Gärtnereien als Zierpflanzen angeboten werden. Einige Zeit
später waren dann auch noch zwei Orchideenpflanzen - weiß
und gelb - zu sehen, wobei Julien sagte, die "Orchideenzeit" wäre
seit September vorbei. Von der Flora äußerst interessant und
sehenswert.
Bei der Fauna war die Tour nicht so sehr "ergiebig". Außer
mehreren Indris, in etwa 4 Meter Entfernung, leider etwas hinter
Blättern verdeckt, waren noch einige kleine Frösche, zwei
kleine grüne Geckos zu sehen, welche aber bei Annäherung mit
dem Foto sofort das Weite gesucht haben.
Trotz "heftiger" Suche unseres Führer Julien, durch meinen
Fernando "angestachelt", da dieser inzwischen herausbekommen hatte,
dass meine "Lieblingstiere" - außer natürlich die Makis -
Chamäleons bzw. Geckos sind, hatte Julien im Reservat keinen davon
finden können, obwohl er sich redlich Mühe gegeben hatte und
fast jeden Baum ansah und jedes Blatt "umgedreht" hatte. Dies alles
sehr zur Belustigung von Fernando; dieser "Schlingel". Fazit, trotz
"fehlender" Tiere, ist es durchaus sehenswert, durch dieses Reservat zu
wandern, wobei zu sagen ist, dass wir an dem Tag einfach "Pech" gehabt
haben und mir durchaus bewusst ist, dass Tiere nicht einfach auf
Kommando hier oder da erscheinen.
Vor dem Parkeingang, in einem Baum, hat Julien dann doch noch ein
ca. 30 cm langes beige/schwarzes Chamäleon entdeckt und mir mit
sichtlicher Freude - Fernando hat auf dem gesamten Rückweg auf
Julien eingeredet, wegen Chamäleons etc.- dieses zum Fotografieren
präsentiert (nah also, es geht doch! Dies ist jetzt von mir
scherzhaft gemeint.).
Anschließend gingen wir noch zu dem wenige hundert Meter vom
Parkeingang entfernten sog. "Orchideenpark". Leider waren nur wenige in
Blüte zu sehen - aus den schon vorher genannten Gründen -
wobei eine davon außergewöhnlich schön war;
sternförmig, orangerot/weiß (Angraecum Sesquipedale
heiß sie auf lateinisch).
Julien hat dann noch einen ca. 20 cm langen Plattschwanzgecko
entdeckt, mit perfekter Tarnung an einem Baum. Er hatte die Farbe der
Rinde des Baumes angenommen; ich hätte diesen nie gesehen. Auf dem
Foto war er nur durch Einsatz meines Nahblitzes zu erkennen. Bei einem
Testfoto ohne Blitz hob er sich nicht im Geringsten von der Farbe des
Baumes ab.
Nachdem sich Julien verabschiedet hatte, entdeckte mein Fernando beim
Zurücklaufen zum Auto - sehr zu seiner Freude, er war inzwischen
auch ganz "heiß" darauf - ein kleines Chamäleon, das ich
natürlich ausgiebig fotografieren musste Rückkehr zur
Hotelanlage, etwa um 11.30 Uhr. Nach dem Essen um 14.00 Uhr geht es zum
etwa 7 Km entfernt liegenden Privatreservat "Vakona"
Nach einer ca. 1/2stündigen Fahrt an dem Dorf Andasibe vorbei und der hier durchgehenden Bahnstrecke durch Reste des Regenwaldes - Abholzung ist deutlich zu sehen - zur exklusiven Hotelanlage Vakona Lodge, um hier den Eintritt zu bezahlen. Nach kurzem Weg zurück ging es dann in den Park. Mit dem Kanu ging's über einen kleinen Bach, wo uns auf der gegenüberliegenden Seit schon 8 Indris erwarteten. Sofort waren wir von ihnen umringt und nachdem unser Führer Bananen an uns ausgegeben hatte, gab's kein "Halten" mehr. Es war ein Traum, diese wunderschönen schwarz/weißen und relativ großen Tiere "hautnah" neben und auch an sich zu haben, wobei es aber immer "gesittet" zuging . Sie haben immer schön gewartet, bis man ihnen die Bananen im geschälten Zustand hingehalten hatte, wobei sie sich aber nicht scheuten, Körperkontakt zu Fernando und mir zu suchen. Nochmals, es ist ein herrliches Gefühl, dieses dichte und samtweiche Fell dieser Tiere zu spüren. Ich brauche nicht zu betonen, dass ausgiebiges Fotografieren angesagt war und dies in aller Ruhe ohne jegliche Eile, zudem lediglich nur eine madagassische Familie mit zwei Kinder anwesend war. Im nahen und dichteren Baumbestand wurden wir beim Weitergehen sofort von einer größeren Anzahl von grauen Makis begleitet. Das gleiche Spiel wie bei den Indris begann, wobei diese Tierchen sich sofort auf meine Schultern setzten, nachdem sie die Banane in meiner Hand entdeckt hatten. Nach ausgiebigem Füttern und fotografieren - Fernando hatte auch einen Riesen Spaß dabei und musste vor allem als Fotograf "herhalten"- ging es noch ein Stück Weges an einem kleinen See vorbei und immer begleitet von den Makis und einem einzelnen sehr schönen weißen Maki, es dürfte sich um eine "Sifakaart" (evtl. Diademsifaka) gehandelt haben. Leider ließen ihn die Meute der Graumakis, beim Fressen nicht so richtig zum Zuge kommen, ich habe aber immer eine Gelegenheit gefunden, dass auch er von den Bananen etwas abbekommt. Er "belohnte" mich dabei mit super Aufnahmen; Entfernung zu ihm unter 1 Meter. Von meiner Seite aus, hätte ich noch den gesamten Nachmittag in dieser, auch landschaftlich schönen Anlage, verweilen können, aber wir sollten ja noch das zu dem Park gehörende Freigehege, mit den verschiedensten Tieren Madagaskars besichtigen. Dieses liegt nach ca. 2 Km Fahrt, an einem Berghang, in einer schon etwas "ausgedünnten" Regenwaldparzelle. In einem größeren Wasserlauf mit Teich schwammen etliche bis zu 2 Meter lange Krokodile und in einem dahinterliegenden Gehege befanden sich noch mindestens 30 davon. Sehr zu meinem Leidwesen musste ich von unserem Führer erfahren, dass diese schönen Tiere zum Fleischverzehr gefüttert werden. In weiteren Gehegen befanden sich Boas, Chamäleons, Reiher und seltene Enten und zwei braune Fossas, etwas größer wie ein Fuchs. Sie gehören zu den "Schleichkatzen" und sind eines der wenigen Raubtiere Madagaskars Bei der Rückkehr in diesem durchaus sehenswerten Gehege, bemerkte ich, dass uns ein blauer, etwa Eichelhähergroßer Vogel in geringer Höhe gefolgt ist. Unser Führer pfiff dann und schon saß dieser Vogel vor uns und dann auch auf der Schulter des Guides. Er wurde von ihm mit Fleisch gefüttert und von mir natürlich fotografiert. Er heißt: "Reo Reo"; wie mir erklärt wurde, deswegen der Name, da er diese Rufe von sich gibt; das kann ich auch so bestätigen
Dieses Privatreservat kann ich jedem nur empfehlen, man sollte sich
aber, vor allem Fotografen, einen ganzen Tag Zeit nehmen; es gibt
nämlich jede Menge Motive. Im Übrigen wurde die Besichtigung
von Lala zusätzlich in mein Programm aufgenommen; ich wusste dies
erst hier von Fernando. Ich kann nur sagen, dies war eine sehr gute
Idee von Lala.
Rückkehr zur Hotelanlage um 17.30 Uhr, schon bei Dämmerung,
nicht ohne vorher noch Bananen für den "Nachtmaki" gekauft zu
haben.
Nach schnellem Duschen ging's um 17.50 Uhr sofort zur Ravenalapalme, wo offensichtlich "mein" Maki schon auf mich gewartet hatte. Sofort machte sich das kleine Kerlchen über meine hingehaltene Banane her, ohne meine Hand mit seinen kleinen Fingerchen loszulassen. Es war eine Freude, dem zuzusehen; natürlich auch zum großen Spaß der Hotelgäste. Er ließ sich auch von einem wahren Blitzlichtgewitter nicht aus der Ruhe bringen. Ein wunderschönes Erlebnis. Nach diesem erlebnisreichen und tollen Tag hat natürlich das Essen, Tomatensalat mit Ei, Gemüsesuppe und gegrilltes Zebusteak und das kühle Bier besonders gut geschmeckt. Nachdem ich mich mit Fernando noch etwas unterhalten hatte, ging es um 22.00 Uhr zu meiner gemütlichen Behausung. Der anwesende grüne Gecko ließ sich auch heute nicht fotografieren und so bin ich eben in's Bett.
24.10.2004 - Exkursion im Nationalpark Mantadia
Leider ist es heute total bedeckt und es setzt leichter Regen ein. Abfahrt 07.15 Uhr, bei dem Dorf Andasibe vorbei, wo wir unseren Führer, Dona heißt er, welchen Fernando schon am Vortag arrangiert hatte, bei seinem Haus aufnahmen. Am Privatreservat "Vakona" vorbei, kamen wird nach knapp einer Stunde Fahrt auf einer relativ guten Piste, am Eingang des Reservats "Mantadia" an. Inzwischen hatte es auch zu regnen aufgehört, der Himmel war aber nach wie vor stark bewölkt und während der dreieinhalbstündigen Exkursion floß der Schweiß trotzdem in Strömen. Das dichter bewachsene Reservat war auch wesentlich bergiger wie in Analamazaotra, wobei die Flora sich in keinerlei wesentlichen Punkten unterschied. Es waren die selben Bäume und Pflanzen zu sehen. Leider waren einige Indris auch wieder nur in weiterer Entfernung zu sehen; nächste Distanz etwa 5 Meter und dann noch durch Blätter verdeckt. Trotz größter Mühe und heftigster Suche hat auch Dona - von meinem Fernando dazu "angestachelt" - keinen einzigen Chamäleon entdeckt. Zu sehen war allerdings ein grünlicher schwanzloser Gecko, perfekt am Baum getarnt, ein ca. 20 cm langer Tausendfüssler und ein kleiner gelb/schwarzer Frosch (Mantela heißt er). Auch Dona meinte, dass gerade von den Reptilienarten bzw. Frösche her, wir mehr hätten sehen müssen, nach dem Regen in der Nacht und am Vormittag. Leider haben sie uns den Gefallen nicht getan, sich zu zeigen. Kann man nichts machen!
Am Parkausgang haben wird dann noch zwei urtümlich aussehende "Giraffenkäfer" gesehen. Ein kleiner ca. 5 mm roter Körper und dann ein ca. 20 mm hoher schwarzer "Giraffenhals" und fliegen können sie auch. Mit Macroobjektiv ließ sich dieses ungewöhnliche Tier gut fotografieren.
Nachdem wir unsere vom Hotel mitgebrachte Verpflegung gegessen hatten - dies hatte Fernando alles schon am Vorabend organisiert - machten wir nach einigen Kilometern Rückfahrt, noch eine kleine Tour über 45 Minuten zu einem idyllisch gelegenen Wasserfall mit schönem Feuchtbiotop. Hier waren dann auch noch einige kleine weiße und gelbe Orchideen zu sehen. Bei immer stärker werdender hochnebelartiger Bewölkung und einsetzendem Nieselregen ging es zurück zum Hotel Rückkehr etwa 15.30 Uhr.
Bei einem kühlen Bier im Restaurant haben wir noch den Rest des
Nachmittags genossen, wobei ich dann gegen 17.15 Uhr von einem
freundlichen Ober aufmerksam gemacht wurde, dass nun bald der
"Nachtmaki" kommt und ich sollte doch meinen Foto holen; er wird
inzwischen die Ravenalapalme mit einer Banane "präparieren". Meine
Fotografiererei hatte sich nämlich schon beim Personal
herumgesprochen und wie zu sehen war, haben sie dies mit sichtlichem
Spaß mitverfolgt.
Nun, der Maki war wieder pünktlich um 17.50 Uhr da und hat sich an
meinen Bananen gütlich getan; dafür musste er aber auch
etliche Blitzlichtfotos über sich ergehen lassen, was ihn aber
nach wie vor nicht gestört hatte. Der Maki hat nicht einmal beim
Fressen aufgeschaut; nur dann, wenn nichts mehr da war. Im übrigen
waren an diesem Abend sogar drei davon an der Palme. Es sind mir
wiederum herrliche Bilder gelungen.
Natürlich gab's danach wieder ein äußerst schmackhaftes
Essen, dieses Mal als Hauptgericht, eine Art Zebugulasch (gut
angebratene Zebuwürfel mit gut gewürzter Soße,
angebratene Zwiebel, dazu Gemüse mit Reis). Traumhaft; ich kann es
nicht oft genug wiederholen.
Nach einem Plausch noch mit Fernando ging's gegen 22.00 Uhr in die gemütliche "Hütte".
25.10.2004 - Rückfahrt nach Tana
Bei stark bewölktem Himmel, aber ohne Regen ging die Fahrt um 09.00 Uhr zurück nach Tana. Etwa um 11.30 Uhr kamen wir in dem Ort Manjakandriana an, um dort im Hotel "Manja" Mittagspause zu machen. Vorher haben Fernando und ich uns noch auf dem gerade stattfinden Markt umgesehen. Jede Menge Leute, ein großes Angebot an den verschiedensten Gebrauchswaren und ein riesiges und buntes Angebot an den ausgefallensten - teilweise auch bekannten - Gemüse- und Obstsorten. Bei dem inzwischen aufgeheiterten Himmel, gelangen mir schöne und originelle Aufnahmen. Dieses Mal habe ich mir "Zebugeschnetzeltes" mit Currysoße und Reis bestellt; ich kann nur sagen, bestens.
Schon kurz vor dem Ort hatte ich mitbekommen, dass irgend etwas nicht an unserem Auto stimmt. Fernando sagte mir, dass etwas mit dem Reifen nicht in Ordnung sei, Haja würde diesen aber in 30 Minuten gewechselt haben. Dann hat es aber doch Probleme, anscheinend mit den Schrauben gegeben, so dass Haja eine Werkstatt aufsuchen musste. Abfahrt war dann erst um 14.40 Uhr, vorher hatte Fernando scherzhaft zu mir gesagt, dass es bis Tana ja nur noch 48 Kilometer seien und mit dem "Sammeltaxi" wären wir dann am Abend auch in Tana. Aber soweit ist es nicht gekommen; wenn man nämlich diese mit Leuten "vollgestopften" Fahrzeuge sieht, dürfte eine Fahrt damit auch nicht das reinste Vergnügen sein.
Bei herrlichstem Sonnenschein nun, hat mir Fernando noch auf einem Hügel gegenüber,"seine" Universität in Tana gezeigt. Es war ein herrlicher Panoramablick hier, auch auf den dahinterliegenden Hügel mit dem Königspalast und als Kontrast unten hellgrüne Reisfelder. Ein schöner Abschluß dieser Fahrt. Gegen 16.00 Uhr sind wir dann im Hotel "Bellevue" eingetroffen, wo nach kurzer Zeit Lala angerufen hatte und mir das Programm für den Abflugtag mitgeteilt hatte. Vormittag Marktbesuch und nach dem Essen Fahrt zum 22 Km entfernten Königshügel.
Nach dem Packen für den morgigen Abflug Essen, wobei mir der Chef des Hauses, Herr Schwarte, "Tournedos" (Zebumedaillons), als Beilage Kroketten, empfohlen hatte. Was soll ich noch sagen, einfach ein Hochgenuss. Nach einem längeren und interessanten Gespräch mit Herrn Schwarte über alles mögliche, auch über die politische Situation ging's dann zu Bett.
26.10.2004 - Marktbesuch in Tana, Königshügel und Rückflug
Um 09.30 Uhr hat mich Lala bei strahlendem Sonnenschein im Hotel abgeholt und dann ging's durch den üblichen dichten Verkehr zum Markt. Von einer Vielzahl an Obst und Gemüse, bis hin zu lebendem Geflügel, getrocknetem Fisch, und alle Arten von Gebrauchsgegenständen, ist hier eine bunte Vielfalt an Artikeln zu sehen, die hier verkauft werden. Ein wirklich farbenfrohes Treiben, wobei man ohne jegliche Störung durch größeres Gedränge die schönsten Fotos machen kann.
Natürlich sind auch in Hunderten von Buden im überdachten Teil des Marktes Kunstgewerbeartikel, wie gestickte Tischdecken und Hemden, sowie geschnitzte Figuren , Edelsteine, die buntesten Quarze, Musikinstrumente (vor allem die Bambuszither "Valiha"), geschnitzte Figuren aus Zebuhorn und und und zu bewundern und natürlich auch zu kaufen. Obwohl ich eigentlich schon Holzfiguren gekauft hatte, konnte ich mich einfach nicht zurückhalten, noch einige zu erwerben. Es gibt soviel schöne Dinge, hätte ich alles gekauft, wäre ein Container nötig gewesen.
Aufmerksam gemacht wurde ich von Lala auf mehrere Verkaufsstände mit gebrauchter Kleidung. Wie sie mir sagte, wären dies eigentlich Kleiderspenden aus Europa, welche an arme Leute verschenkt werden sollten. Über irgendwelche dunklen Kanäle, kämen sie aber hier zum Verkauf; nicht schön das Ganze!
Zwei wunderschöne T-Shirt mit Sifaka- und Indriabbildungen musste ich unbedingt noch mitnehmen, dafür sind wir extra zu einer Boutique gefahren. Sie waren zwar etwas teurer, aber dafür von der Qualität wesentlich besser. Im Übrigen hat mir Lala dies so geraten, nachdem ich auf dem Markt nicht das Richtige gefunden hatte.
Nach der Rückkehr ins Hotel und einem nochmals hervorragenden
Essen dort - ich habe mir nochmals "Tournedos" bestellt - ging es um
13.30 Uhr zum 22 Km entfernten, sog. Königshügel
"Ambohimanga" ("Blauer Hügel"; Blau gilt hier seit jeher als Farbe
der Schönheit). Nach einer schönen Fahrt in die
Hügellandschaft, westlich der Hauptstadt , ging es dann auf einen
mehre hundert Meter hohen Hügel, auf dem mit Festungsmauern
umsäumt und unter uralten und gewaltigen Feigenbäumen, u.a.
das Wohnhaus des Königs und das Sommerschloß der
Königinnen stehen. Es war der einstige Herrschersitz des alten
Reiches "Imerina" und seiner "Merina - Regenten". Der Ausblick vom
Hügel Richtung Tana und vom am Hang liegenden
Königinnenschloß auf die umliegenden Umgebung ist grandios.
Trotz meines heutigen Abflugtages, bin ich Lala dankbar, dass sie diese
Fahrt - übrigens kam dies nicht von mir selbst, sondern wurde von
Lala selbst arrangiert - noch durchgeführt hatte.
Obwohl die Zeit schon etwas drängte - so meinte aber nur ich -
sind wir auf dem Hügel noch zu einem nebenan liegenden Restaurant
gegangen, wo eine gemischte Tanzgruppe Tänze und Lieder aus der
Umgebung vortrugen. Besonders die Musik und der Gesang hat mir
äußerst gut gefallen. Wie mir Lala sagte, wäre dies die
sog. Hochlandmusik, "angesiedelt" um Tana; angeblich ohne speziellen
Namen. Bei der Fahrt zum Flughafen ist Lala mit mir sogar noch in ein
größeres Einkaufzentrum gefahren; leider konnten wir keinen
Tonträger dieses wunderschönen Gesanges finden.
Nach Rückkehr zum Hotel - ich habe Herrn Schwarte einen Teil meiner Kleidung hier gelassen, wie er sagte, wird diese von seiner Ehefrau an wirklich Bedürfte verschenkt - um 17.20 Uhr dann Abfahrt zum Flughafen, durch wie immer, dichte Staus. Ankunft dort um 18.20 Uhr.
Während sich Lala mit meinem Gepäck schon in die Wartenden eingereiht hatte, wechselte ich noch am Flughafen meine übrig gebliebenen Franc in Euro zurück; ist inzwischen möglich.
Um 18.40 hat dann der Schalter zum Einchecken geöffnet. Weiter
geht es dann so: Einchecken, danach zum Zoll, kein Problem wenn man
nichts Außergewöhnliches hat, so wie ich, (übrigens ein
sehr freundlicher Beamter welcher sogar mit mir ein paar Worte deutsch
gewechselt hatte), weiter mit Paß, Bordkarte und Ausreiseschein
(habe ich bereits vorher von Lala bekommen, ansonsten liegen sie nach
dem Zoll auf, ausfüllen natürlich), dann Kontrolle bei der
Polizei (auch kein Problem) und dann durch die Sicherheitskontrolle.
Hier hat der Kontrolleur in meinem Rucksack, im Verbandspäckchen
eine Schere entdeckt. Erst als ich auf den Bildschirm sehen konnte,
habe ich dies begriffen, was er meint. Schere raus, dem netten Menschen
gegeben und damit war ich im Aufenthaltsraum der Abflughalle;
übrigens picco bello sauber alles, trotz Umbau nebenan. Gedauert
hat das Ganze 25 Minuten.
Lala und unseren Fahrer Haja wollte ich eigentlich in Anbetracht der
schon hereingebrochenen Nacht zu ihrer wohlverdienten Ruhe nach Haus
schicken. Lala war dazu aber nicht zu bewegen. Sie bestand darauf
solange zu warten, bis ich durch sämtliche Kontrollen hindurch war
und zwar deshalb, falls es irgendwelche Probleme gäbe, hätte
sie diese dann beseitigen können. Ich kann nur sagen, eine
derartige Betreuung und einen solchen Service findet man selten.
Bei einem Bier im Restaurant, ist dann die Zeit bis zum Abflug, fast
wie im "Fluge" vergangen. Um 21.15 Einsteigen, anrollen des Fliegers
21.40 und pünktlich 5 Minuten später Start, ohne jegliche
Verspätung.
Nach der Einnahme des Abendessens - Auswahl zwischen zwei
Fleischgerichten - bin ich dann nach Einnahme von zwei Schlaftabletten
in kurzer Zeit eingeschlafen.
27.10.2004 - Ankunft in Paris und Weiterflug nach München
Gut ausgeschlafen und pünktliche Ankunft - absolutes Lob an Air Madagaskar - um 07.40 Uhr in Paris. Nachdem ich die "Wirren" des Charles de Gaulle Flughafens nun schon kannte, war es kein Problem mehr, den Schalter zum einchecken nach München zu finden. Ankunft im Terminal A, im Erdgeschoß die Straße überqueren zum gegenüberliegenden Terminal D, mit dem nächsten Aufzug nach oben in den 2. Stock und dort zum Schalter 7 bei Air France. Öffnen des Schalters um 11.15 Uhr, Abflug wäre eigentlich um 12.45 Uhr. Angezeigt wurden 10 Minuten Verspätung, Abflug war aber - ohne weitere Informationen, "Schande" für einen solch internationalen Flughafen - erst um 14.35 Uhr, wobei wir alleine 35 Minuten auf dem "Startfeld" gewartet haben. Ankunft in München um 15.30 Uhr. Mit dem Flughafenbus zum Bahnhof und dann mit der Bahn nach Augsburg. Problemlose Ankunft dort um 17.55 Uhr.
Fazit der Reise insbesondere in meinem Fall als fotobegeisterter Alleinreisender:
Falls Sie eine Reise nach Madagaskar vorhaben, Land und Leute hautnah kennen lernen und noch in Ruhe Landschafts- und Tieraufnahmen machen wollen und keinen Gleichgesinnten haben, machen sie diese Reise unbedingt alleine. Ich als früherer "Reisegruppengeschädigter" kann Ihnen dies nur wärmstens empfehlen. Sie brauchen in diesem Land vor nichts Angst haben; es sind dort nur nette, freundliche und hilfsbereite Leute anzutreffen.
Was Sie sehen wollen, dazu sollten Sie sich zuerst - sowie ich - in
einem Reiseführer informieren und möglichst dazu, in welcher
Region dieses dann zu sehen ist; speziell Landschaften, Tiere oder was
auch immer.
Nach Verbindungsaufnahme mit Herrn Wonneberger, wird er Ihnen dann im
Rahmen der zur Verfügung stehen Zeit, eine dementsprechende Reise
zusammenstellen; wobei er Ihnen natürlich immer beratend zur Seite
steht, d. h. Ihnen Tipps gibt, wo es noch auf dem Wege besonders
interessante Reservate oder ähnliches zu sehen gibt.
In meinem Falle bin ich voll des Lobes über die Zusammenstellung meiner Reise, der perfekten Organisation, sowohl durch Herrn Wonneberger, wie auch über die Betreuung durch das Team in Madagaskar; Frau Lala von der Agentur, als auch meine Begleiter, auf der Reise, meinem Viktor und Fernando. Sowohl Frau Lala, wie auch Viktor und Fernando haben sich bestens um mich bemüht und ich habe alles zu sehen bekommen, was nur zu sehen war. Selbst die vier Tage in Fort Dauphin, an der Südostspitze von Madagaskar, wo ich alleine war, bin ich im Hotel Kaleta, bestens "umsorgt" worden. Ich habe auch dort nie den Eindruck gehabt, alleine zu sein. Nochmals ein ganz großes Lob an das gesamte Team und auch an die Leute in Madagaskar, wer auch immer mit mir zu tun hatte. Es hatte an der gesamten Reise absolut keinen einzigen Punkt gegeben, wo ich etwas hätte bemängeln müssen; das muß ich unbedingt nochmals hier feststellen. Im Übrigen dürfte dies auch aus meinem gesamten Reisebericht herauszulesen sein.
Nochmals für alle Unentschlossenen gesagt, getrauen Sie sich auch alleine zu reisen. Tiere tatsächlich "hautnah", Bevölkerung lernt man alleine sowieso besser kennen, Landschaftsaufnahmen während der Fahrt, immer wenn Sie "Stopp" sagen - das geht bei einer Reisegruppe nicht - und bei Tieraufnahmen, gerade wer wie ich, "Nahaufnahmenfan" ist, "Zeit ohne Ende" beim Fotografieren. Das Essen ist auch kein Problem, wie Sie aus meinem Bericht vermutlich herausgelesen haben, das beste Essen, welches ich jemals in einem fremden Land zu mir genommen habe!
Ich bin mir sicher, dass ich nochmals nach Madagaskar kommen werde. In diesem wunderschönen Land gibt es noch soviel Außergewöhnliches zu sehen. Die Erlebnisse während meiner jetzigen Reise haben mich hierin nur bestärkt. Die Reise wird dann natürlich bei Herrn Wonneberger gebucht, das ist für mich jetzt schon klar.
Noch etwas zum Schluß. Falls Sie eine Reise nach Madagaskar antreten wollen. Nehmen Sie möglichst Kleidungsstücke mit, welche Sie dort lassen können (Sie selbst benötigen nicht viel an Kleidung, wird Ihnen in den Hotels gegen geringes Entgelt über Nacht gewaschen, nehmen Sie lieber Kinderkleidung zum verschenken mit). Ein großer Teil, besonders die Landbevölkerung, würde sie dringendst gebrauchen. Geben Sie diese Herrn Schwarte vom Hotel Bellevue, wenn Sie in seinem Hotel sind oder Frau Lala. Unbedingt Bonbons und was sie fast noch lieber haben, Kugelschreiber, für die Kinder mitnehmen. Noch etwas für Fotografen. Wer Nahaufnahmen mit Macroobjektiv machen will, unbedingt ein spezielles Blitzgerät dafür mitnehmen. Ein Ringblitz vorne aufs Objektiv ist am Einfachsten, z.B. eines der Fa. Novoflex aus Memmingen. Ich fotografiere schon seit zig Jahren damit, nur mit den besten Erfahrungen. Übrigens die Aufnahmen der Chamäleons sind alle mit Makroobjektiv und "Nahblitz" gemacht. Ohne die "Aufhellung" kämen die bunten Farben nie so zur Wirkung.
Und nun viel Spaß bei einer Reise nach Madagaskar; ich kann eine solche nur wärmstens empfehlen.
